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Euromayday 2005

by source: euromayday.tk - 03.04.2005 15:37

We are calling for everyone to participate in Helsinki, Barcelona, Hamburg, Liege, Ljubljana, Sevilla, Milano, Copenhagen, Paris, Amsterdam, Vienna, London and Stockholm in the Euromayday process.
 


Euromayday

Common Call for Euromayday 2005

The Euromayday-process grows up: Helsinki, Barcelona, Hamburg, Liege, Ljubljana, Sevilla, Milano, Copenhagen, Paris, Amsterdam, Vienna, London and Stockholm ... After a last coordination-meeting in Paris in March the list of cities, where activities are planned, becomes longer.

Precarity is now in Europe the most widely spread working and living condition. It affects everyone everyday in every part of life: chosen or forced, precarity is a generalised condition largely experienced by the majority of people. Precarious people are now the corner stone of the process of wealth production. Despite this, we are invisible and count for nothing in the traditional forms of social and political representation and in the European agenda.

As precarious of Europe, flex, temp and contortionist workers, migrants, students, researchers, unmotivated wage slaves, pissed off and happy part-timers, insecure temps, willingly or unwillingly unemployed, we are acting up to take our present in our hands and are struggling for new collective rights and for our possibility to choose. This is why we are building a European public space to show new forms of social cooperation, new abilities to share skills and experiences as resources able to construct and live a new imagery of protagonism.


On April 2nd, there was an international day of action against deportation camps and for freedom of movement and right to stay.

On May 1st, come to the Euromayday Parades and take part in the actions on the streets of Europe.

We are acting up to be the protagonists of our lives. Precarious of the world let's conspire!

Hamburg Call:

1. Euromayday in Hamburg - Ein Sonntag für globale Rechte

Mailand, Barcelona, Helsinki, Dublin, Amsterdam, Wien, Paris und andere europäische Städte sind Stationen des Euromayday 2005. Hamburg ist dabei.

Was ist Euromayday? Ein echtes Antidepressivum zum 1. Mai. Abschiebungen, Arbeitslosigkeit, Bildungsmisere, Elend - es ist zum Verzweifeln und es reicht. Zeit für eine ermüdende Depression? Nein. Wir haben ausgeschlafen. Der 1. Mai ist unser Wecker. Zeit für einen Notruf, einen echten Mayday - und damit es auch alle mitkriegen - in ganz Europa. Der Funke ist übergesprungen für einen Austausch von Ideen und Alternativen rund um die Krise der Sozialversicherungen, der Familie, des Nationalstaates und der traditionellen Arbeitswelten. Uns fasziniert ein Horizont jenseits von Arbeiten um jeden Preis und abseits des neuen Managements von Entrechtung und Ausbeutung, das durch die neue Verfassung der Europäischen Union (EU) besiegelt und etabliert werden soll.

Euromayday 2005 in Hamburg? Wir wollen realistisch sein. In Hamburg ist Euromayday ein bescheidener Anfang, die unsicheren und verborgenen Geschichten vom Leben mit, ohne und abseits der Arbeit ins öffentliche Licht zu bringen. Geschichten von Menschen, die von keiner Gewerkschaft vertreten werden und unter hohem persönlichen Einsatz ihr Leben organisieren. Ob hoch oder niedrig qualifiziert, Ausbildungen oder keine , wir arbeiten in x Jobs. Mobilität und Zeitmanagement sind unser Kapital. Produktionsmittel? Kein Problem - vom Wischmop bis zum PC. Wir sprechen deutsch, türkisch, spanisch, polnisch und was so kommt. Viele haben einen unsicheren Aufenthaltsstatus. Ungewissheit dominiert den flexiblen Alltag von LagerarbeiterInnen, Servicekräften, IT-ExpertInnen, Alleinerziehenden, SexarbeiterInnen, Ich-AGs und StudentInnen.


Wir haben eine Frage: Die Frage nach den globalen Rechten. Es sind diese prekären Verhältnisse, die das immer wieder aufs Neue aufwerfen: Woher kommt morgen mein Geld? Wie sicher ist mein Arbeitsplatz? Reicht das Geld für den Kita-Platz? Welche Jobs gehen ohne Pass? Was ist, wenn ich krank werde? Wie will ich wohnen? Wie finanziere ich mein Studium, was mache ich danach? Warum denke ich ständig an Arbeit? Weshalb macht der Kerl nicht den Haushalt? Wie würde ich gern leben?


Arbeiten? Die ersten großen Wellen von prekären, flexiblen Jobs boten Alternativen und Freiräume zu den vorherrschenden normalen Arbeitsverhältnissen. Heute erscheint Arbeit wieder als alternativloser gesellschaftlicher Zwang und bedeutet oft Arbeiten ohne sicher zu sein, damit über die Runden zu kommen. So verweisen gerade die Debatten um Arbeitszeitverlängerung, um Arbeitspflicht und Lohnverzicht auf eine gern verschwiegene Einsicht: Weniger arbeiten, das geht. Das war nur ein Anfang und ein Leben ist vorstellbar ohne die Arbeit als Maß aller Dinge.

Ob im Urlaub, auf Reisen, im Chat mit Freundinnen oder im Gespräch auf der Straße - eins wird offenbar in Zeiten globaler Migration: Die Verknüpfung von Rechtsgarantien und sozialen Sicherheiten mit Einkommen, Staatsangehörigkeit und Nationalstaat ist absurd. Wir bewegen uns im Grenzgebiet, wenn wir soziale, zivile und politische Rechte fordern und von globalen Rechten sprechen. Es gibt Hierarchien zwischen Leuten mit verschiedenen Pässen und anderer Herkunft. Es gibt unterschiedliche Lebenschancen, Bildung und Jobs zu bekommen oder politisch mitzureden. Es gibt Verhältnisse, die es erlauben, von der Arbeitskraft anderer zu profitieren. Es gibt Binnen- und Außengrenzen, die beständig wie verlustreich von Flüchtlingen und MigrantInnen überquert werden. Genau so umstritten und umkämpft sind ihre Ansprüche auf Rechte. Umstritten und umkämpft wie allgemein Ansprüche auf Existenzgarantien und Wünsche für ein besseres Leben. Und die Frage bleibt, welchen Streik mache ich als Ich-AG, als Arbeitslose oder als Mutter oder als PflegerIn ...


Damit das anders wird, startet ab März/April ein Veranstaltungs- und Filmprogramm inHamburg. Unser Wunsch ist ein experimenteller 1. Euromayday in Hamburg. Wir sehen es als kleines Labor, in dem neue und ungewohnte Formen von sozialen, gewerkschaftlichen und politischen Kooperationen ausprobiert und geprüft werden. Das präsentieren wir am 1. Mai mit der Euromayday-Parade auf der Straße und da wollen wir euch sehen.

 http://www.euromayday.org
 http://www.euromayday.tk

Links zu Prekarität, Arbeit und Migration
Labournet - Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch:
 http://www.labournet.de

This Tuesday - Logs on migration, labour, transnational organizing:
 http://www.thistuesday.org

Chefduzen.de - Das Forum der Ausgebeuteten:
 http://www.chefduzen.de

BUKO 28 - Bundeskongress der Bundeskoordination Internationalismus:
 http://www.buko.info/kongress/buko28/

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