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Monopoly auf dem Wassermarkt

by Berliner MieterEcho - 24.06.2002 13:00

Von Cochabamba bis Berlin 

Zum Thema ‚Wasser' fällt uns hier in Deutschland zunächst der viele Regen ein, der das Leben grau in grau erscheinen lässt. Einmal im Jahr erscheint der Wasserverbrauch auch in der Betriebskostenabrechnung, ansonsten hören wir etwas von Dürrekatastrophen auf dem afrikanischen Kontinent oder Überschwemmungen in Asien. Das "blaue Gold" hat sich jedoch seit einigen Jahrzehnten zu einem internationalen Konfliktstoff entwickelt, der die Vereinten Nationen 1977 veranlasste, die 80er Jahre zur "Internationalen Trinkwasserdekade" zu erklären. Und auch in Deutschland rückt das Thema der Wasserversorgung zunehmend ins Blickfeld verschiedenster Interessen, die sich auch auf die Qualität und den Preis unseres Wassers auswirken werden.

Die Versorgung mit Wasser gehört zu den elementaren menschlichen Bedürfnissen. Neben dem direkten Konsum im Haushalt, verbraucht jeder Mensch indirekt große Mengen Süßwasser. Der mit Abstand größte Wassernutzer ist mit 69 bis 80 % die landwirtschaftliche Produktion. Je höher der Anteil an Bewässerungswirtschaft in regenarmen Regionen wie Indonesien oder nordafrikanischen Ländern, umso höher ist folglich der Verbrauch. Der industrielle Verbrauch beläuft sich im weltweiten Durchschnitt auf 23 %. Hierbei ist die Differenz zwischen Industrie- und Entwicklungsländern enorm. Während erstere zwischen 60 und 80 % verbrauchen, liegt der Anteil in den nicht industrialisierten Ländern bei 10 bis 30 %. Nach einem Bericht der UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung von 1997 lebt etwa ein Drittel der Weltbevölkerung in Ländern mit mittlerem bis hohem Wasserstress, d.h. die entnommene Wassermenge überschreitet 20 % des gesamten erneuerbaren Süßwasservorrats. Dies hat zur Folge, dass jährlich fünf Mio. Menschen, in der Mehrzahl Kinder, an den Folgen mangelhafter Versorgung mir Süßwasser sterben und ca. 80 % der Erkrankungen in Wassermangelregionen auf verseuchtes Wasser zurückzuführen sind.

Fortsetzung:
 http://www.bmg.ipn.de/me/290/themen/05.htm

Hermann Werle, Berliner MieterEcho Nr. 290 - Mai 2002

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