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5 years since Seattle - 5 Jahre Seattle

by all4all - 30.11.2004 22:18

5 years have passed since the protests against the conference of the World Trade Organisation (WTO) in Seattle - and the first time the movement against capitalism was noticed by the mainstream media world-wide. Since May 1998 in Geneva, Global Action Days were taking place on five different continents after decades and centuries of struggles against colonialism and neo-colonialism, against big dams, against the IMF, World Bank, the G8, etc.

Picture Gallery:  http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/seattle/images/
 


Atemlos in Seattle

In Seattle passierte in den Tränengasschwaden etwas Neues: die bisher von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommene Bewegung gegen die kapitalistische Globalisierung tauchte plötzlich unübersehbar in den Medien auf. Die Konferenz der Welthandelsorganisation (WTO), die von Ende November bis Anfang Dezember in den USA tagte, mußte abgebrochen werden, in Seattle wurde der Ausnahmezustand erklärt. Anfangs wurde behauptet, ausschlaggebend seien Widersprüche zwischen einzelnen Staaten gewesen, mittlerweile ist vielen klar, daß die Blockadeaktionen und Proteste sehr viel zum Scheitern der Konferenz beigetragen haben. Auf einmal bekam die kaum widersprochene Propaganda des Neoliberalismus Gegenwind, das "Ya Basta!" (Genug ist genug) der Zapatistischen Befreiungsarmee schallte den WTO-Delegierten in Seattle in den Rufen "Hey, hey, ho, ho, WTO has got to go!" (WTO muß weg) entgegen.

Es folgten nach Seattle weitere globale Aktionstage mit Protesten an zahlreichen verschiedenen Orten, und auch in Prag im September 2000 wurde die Tagung von IWF (Internationaler Währungsfonds) und Weltbank frühzeitig abgebrochen. Die WTO-Delegierten und G8- RegierungsvertreterInnen begannen sich an abgelegenen Orten zu treffen (zum Beispiel in Qatar oder in den Bergen von Kanada) oder hinter hohen Zäunen in roten Zonen mit riesigem Sicherheitsaufwand und viel Repression gegen Protestierende zu verschanzen (Quebec, Kanada, und Genua, Italien, 2001).

Die Gipfelproteste haben viel in Bewegung gesetzt. Ihre Stärke ist ihre Vielfalt, die dezentrale Organisierung an vielen Orten gleichzeitig. Dies war auch das Erfolgsrezept der Proteste in Seattle, und deshalb erregten sie so viel Aufmerksamkeit. Kleine Gruppen von AktivistInnen blockierten einzelne Strassen, und verschiedene Aktionsformen wurden nebeneinander ausprobiert. "Turtles and Teamsters united at last" frohlockten die AktivistInnen, denn als Schildkröten (turtles) kostümierte UmweltschützerInnen agierten neben GewerkschafterInnen der Automobilindustrie. Verschiedene gesellschaftliche Gruppen kamen auf den Strassen Seattles und an anderen Orten der Welt zusammen.

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