Zwischen Backlash und Dekonstruktion?by - 03.02.2006 16:47
"Der Begriff ›Gender‹ heißt, dass die Frau nur durch die gesellschaftliche Situation zur Frau wird, ebenso der Mann nur durch die Gesellschaft, durch die Kultur. Und der Vatikan sagt: ›Das ist Quatsch‹. Es gibt eine gesellschaftliche Grundprägung, wo natürlich auch die Kultur eine Rolle spielt." - Radio Vatikan am 31. Juli 2004 anlässlich der Verlautbarung Nr. 166 des Apostolischen Stuhls über "Die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt" Man mag den Unterschied zwischen "gesellschaftlicher Situation" und "gesellschaftlicher Grundprägung" der vorstehenden Äußerung des Heiligen Stuhls für unbedeutend halten - wüsste man nicht, dass mit letzterem "biologische Grundprägung" gemeint ist. Auch wenn man geneigt ist, das Ganze als geschickten (oder verzweifelten) Schachzug des Vatikan abzutun, überhaupt noch wahrgenommen zu werden, lassen sich an der Verlautbarung selbst sowie ihrer medialen Präsentation und Diskussion einige aktuelle Entwicklungen in der Geschlechterfrage aufzeigen: o Gleichstellung, Feminismus oder gar "radikaler Feminismus" sind im öffentlichen Bewusstsein präsent Zum Teil wird das theoretische Vokabular der feministischen Diskussion übernommen - selbst Ulrich Wickert gibt inzwischen vor zu wissen, was "Gender" ist o Alle sind irgendwie für Gleichstellung - selbst der Papst - zumindest rhetorisch und solange sie nicht weh tut o Diese Auseinandersetzung geht häufig mit Relativierung, Abwertung und Antifeminismus einher Alles ganz anders in der Linken? In der Linken gibt es zwar durchaus positive Bezugnahmen auf Feminismus, die über Gleichstellung hinausgehen. Daneben und dabei finden sich aber auch Abwertungen und Marginalisierungen feministischer und queerer Inhalte und Personen. Zum Teil existieren stille antifeministische und homophobe Hegemonien in linksradikalen politischen Zusammenhängen, die dazu führen, dass für FeministInnen die Arbeit in diesen Zusammenhängen und Solidarität mit ihnen problematisch wird. Im Folgenden wollen wir aus unserer Sicht die gegenwärtige Position "des Feminismus" in der Linken beleuchten. Thesenhaft versuchen wir, unser Unbehagen mit diesen Geschlechterverhältnissen etwas fassbarer zu machen und zur Diskussion zu stellen. Damit wagen wir uns auf unsicheres Terrain: Statt einer akademischen Analyse mit Rückversicherungen durch belegte Zitate, einer Nachzeichnung der feministischen Debatten bisher oder einer Kritik der Frauenbewegung damals oder der institutionalisierten Frauenpolitik heute versuchen wir eine Bestandsaufnahme, die die Verhältnisse vor der politischen Haustür nicht ausblendet. Wir wollen uns nicht an Einzelbeispielen abarbeiten, sondern allgemeine Tendenzen zusammenfassen, die mal mehr, mal weniger in einzelnen Gruppen oder Projekten zu beobachten sind. Die Diskussion von Einzelfällen ist sicherlich manchmal notwendig, kann aber auch dazu führen, dass sie eben nur als "Einzelfälle" verhandelt werden - und eine allgemeine Auseinandersetzung mit den strukturellen Problemen in der Linken ausbleibt. Unsere Erfahrungen und Einschätzungen sind natürlich nur bis zu einem gewissen Grad verallgemeinerbar und rufen sicherlich Widerspruch hervor, aber eine Diskussion über die Geschlechterverhältnisse in der Linken tut unserer Meinung nach ohnehin Not. Entlang der Frage "Wie kann eine herrschaftskritische und doch immer wieder notwendigerweise pragmatische Politik vor dem Hintergrund dekonstruktivistischer Erkenntnis umgesetzt werden?" wollen wir auf vier Aspekte eingehen. 14 Jahre Gender Trouble - und wir sind immer noch konstruiert? Mit der Debatte um die Konstruktion von Geschlecht seit Mitte der 1990er Jahre wurde auch im deutschsprachigen Raum die bisherige Geschlechterpolitik radikal in Frage gestellt: Welche Ausschlüsse und Festschreibungen produziert der Bezug auf das Kollektivsubjekt "Frau"? Wie ist eine nicht-identitätsbezogene Politik möglich? Diese Fragen wurden auch innerhalb linker Debatten zentrale Punkte der Auseinandersetzung. Die alten Fragen nach Herrschaftsverhältnissen fallen dabei häufig hintenüber - doch sind sie längst nicht obsolet geworden - nur komplizierter. Denn die dekonstruktivistische Feministin steht vor einem Dilemma: Auf der eine Seite reproduzieren schon das politische Sprechen von ›Frauen‹ und ›Männern‹ und entsprechende gleichheitspolitische Forderungen die zweigeschlechtliche Logik. Auf der anderen Seite kann geschlechtliche Ungleichheit, die nie für sich steht und unter anderem mit Ethnisierung und Klassenhierarchie verschränkt ist, nur gefasst und angegangen werden, indem man sie benennt. Tatsächlich ist dieses Dilemma auch alltagspraktisch nicht wirklich aufzulösen - es muss aber, um politisch handlungsfähig zu sein, ein Umgang damit gefunden werden. Der Rückzug auf die Dekonstruktion hat nämlich gleichzeitig eine Geschlechtsblindheit zum Ergebnis, die strukturelle Männerdominanz verdeckt. Ganz simpel gesagt sollte es einer Linken generell um eine möglichst gleichberechtigte Teilhabe an Ressourcen, Aushandlungsprozessen und Diskursproduktion gehen. Subjektpositionierung und Identität sind eben nicht völlig frei wählbar, ein freies Heraustreten daraus ist nicht ohne weiteres möglich. Ich kann es bedauerlich und falsch finden, dass es nur Frauen und Männer gibt, trotzdem werde ich tagtäglich als Frau behandelt und stoße auf vergeschlechtlichte Strukturen und Personen und eben auch auf geschlechtsspezifischen Ausschluss und Benachteiligung. Häufig kann es vorteilhaft sein, Räume und Strukturen zu schaffen, in denen es eine bewusste Abgrenzung zu männerdominierten Strukturen gibt, in denen Frauen sich mit Frauen organisieren können - auch wenn Frauen als Frauen keine bessere und emanzipatorischere Politik machen. Dies kann taktische Vernetzungen, strategische Bündnisse oder schlicht Erholung von männerdominierten Strukturen bedeuten - aber es besteht die Gefahr der Essentialisierung. Die Schwierigkeit ist, das notwendige Übel der vereindeutigenden Zuschreibung und Verallgemeinerung (›Die Frauen wollen ...‹) möglichst gering zu halten, sich aber gleichzeitig nicht in vagen Beschreibungen zu verlieren, sondern die Verhältnisse klar zu benennen und kontextbezogen Forderungen zu stellen. Dieses Switchen zwischen Forderungen, politischen Praktiken und theoretisch-politischem Anspruch ist für uns unabdingbar für unseren politischen Alltag. Das Verhältnis dazwischen muss jedoch - wie könnte es anders sein - immer wieder reflektiert werden. Werft mehr Tomaten! In Institutionen, Betrieben, Organisationen und Parteien hat inzwischen Gender-Mainstreaming Einzug gehalten. Das bringt auch ein institutionalisiertes Lernen mit sich, das es nicht mehr nur noch dem Gesetzgeber überlässt Gleichstellung durchzusetzen, sondern auf ein Lernen ihrer Mitglieder setzt. Gleichstellung wird so zu einer Sache, für die es ExpertInnen bedarf, die einen solchen Lernprozess organisieren. Und nicht zuletzt ist sie ein Vehikel der Modernisierung, wenn sie z. B. in den öffentlichen Verwaltungen und Unis mit Hilfe neuer Steuerungsinstrumente implementiert wird, die auf Eigenverantwortung und Wettbewerb setzen oder in Betrieben, wo eine Art betriebswirtschaftliche Neuauflage des "weiblichen Arbeitsvermögens" (ein Klassiker der Frauenbewegung der achtziger Jahre) aufkommt, das gewinnbringend eingesetzt werden kann. Diese Art der Gleichstellungspolitik basiert zunehmend auf einer entpolitisierten Nützlichkeitslogik, die deswegen auch mit Recht von links kritisiert werden muss. Dennoch stellt sich die praktische Alltagsrealität widersprüchlich dar: Denn solches "Gender-Lernen" kann prinzipiell vorteilhafte Effekte haben, vor allem für Frauen. In Strukturen der radikalen Linken kann aber, so scheint es, derzeit eher von einem Verlernen gesprochen werden. Es scheint in vielen Gruppen die Ansicht vorzuherrschen, dass solches Lernen ja nicht mehr gebraucht wird und, wenn es schon so dermaßen weit im Mainstream angekommen ist, kann es ja schon gar nicht emanzipatorisch wirken. So wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet - statt höchst wirksame neoliberale Maßnahmen für das zu kritisieren, was sie sind, wird gleich jede Art von Gleichstellungspolitik über den Haufen geworfen. Auch in der Linken scheint sich im Zuge dessen ein entpolitisierter Umgang mit Sexismus und Männerdominanz durchzusetzen. So besteht die Gefahr, dass Geschlechtsblindheit zur Normalität wird und sich unhinterfragt fortsetzt. Allerdings plädieren wir nicht für eine Neuauflage von Sexismusdiskussionen, die sich etwa immer erst dann entzünden, wenn es einen sexistischen Vorfall gibt oder sich moralbeladen auf den politischen Nahbereich konzentrieren und Sexismus so nicht als strukturell verankertes Macht- und Gewaltverhältnis thematisieren. Es darf nicht einfach Bewegungskonjunkturen überlassen werden, ob "geschlechtergerechte" Strukturen geschaffen werden und Sexismus zum Thema wird. Ein Umgang mit der eigenen politischen Kultur, der keinen Raum für Reflexion lässt, festigt geschlechtshierarchische Strukturen. Wir denken, dass hier immer noch beziehungsweise wieder ein Ansatzpunkt für feministische Praxis vorliegt: Sexistische Strukturen und Handlungsmuster müssen aufgedeckt und die Reflexion der eigenen politischen Kultur mit ihren Inklusions- und Exklusionsmechanismen eingefordert werden. Wir plädieren deshalb einerseits für eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit Sexismus, Geschlechterverhältnissen und Heteronorm, die thematisch über die Norm der Zweigeschlechtlichkeit hinausweist und Geschlechterverhältnisse als Dominanzverhältnisse bewusst macht, sowie andererseits für die Anwendung praktisch-politischer Instrumente, die bei struktureller Männerdominanz Frauen möglichst egalitäre Partizipation ermöglichen. Alte Mittel wie die Quotierung von Aufgaben und Redelisten geraten in einigen linken Zusammenhängen in Vergessenheit - wir halten sie weiterhin für wichtig. Eine quotierte Redeliste beispielsweise ermöglicht eine Partizipation von Frauen in Diskussionen und erspart Kämpfe ums Rederecht. Um Männerdominanz in linken Gruppen entgegenzuwirken und Frauen - vor allem jungen Frauen, die gerne politisch aktiv werden möchten - mehr Raum und Handlungsoptionen ermöglichen zu können, halten wir weiterhin an der Quotierung sowohl von Redelisten als auch von verantwortlichen und repräsentativen Aufgaben fest. Neben dieser eher individuellen Förderung von Frauen geht es bei Quotierungsmaßnahmen auch um die Widerspiegelung der Heterogenität in der Diskussion und Bearbeitung von Themen. Sicherlich kann beispielsweise durch eine quotierte Redeliste allein keine Atmosphäre der zwangslosen, gleichberechtigten Kommunikation entstehen. Quotierung kann aber dazu beitragen, tradierte Strukturen aufzubrechen, indem durch sie Raum für die Problematisierung dieser Strukturen geschaffen wird. Gender rein in den linken Mainstream! In linken Strukturen und deren Diskursen wurden und werden feministische Bezüge durchaus unterschiedlich hergestellt. Von einer konzeptionellen Einbeziehung feministischer Themen über eine partielle Rezeption und Aufnahme feministischer Ansätze (etwa bei der Frage nach Kollektividentitäten) bis hin zu dem, was wir schon als latenten und sogar offenen Antifeminismus bezeichnen würden, lässt sich hier momentan alles finden. Eine ernsthafte Einbeziehung feministischer Themen, wie sie auch in einigen Zeitschriften sichtbar wird, und der Versuch einer konzeptionellen Einbeziehung erscheint uns doch eher auf wenige Gruppen und Projekte beschränkt zu sein. Im politischen Alltag begegnet uns eine Marginalisierung feministischer Positionen. Der konsequente Versuch, Geschlechterverhältnisse konstitutiv thematisch einbeziehen zu wollen, kann schnell dazu führen, zur Repräsentantin eines Spezial-Themas zu werden, das bestenfalls toleriert, meist aber eher belächelt und nicht selten auch entnervt abgewehrt oder als bürgerlich-liberal abgetan wird, mit dem eine Linke nichts zu tun haben sollte. Die Marginalisierung von Geschlechterthemen geht Hand in Hand mit der Marginalisierung oder der Festschreibung von Zuständigkeiten von Frauen (selten auch Männern), die vornehmlich zu Geschlechterverhältnissen arbeiten. Geschlechterthemen sind in diesen Fällen häufig Sonderthemen, weshalb die Hauptthemen, zu denen Gruppen arbeiten - sei es Neoliberalismus, Antifaschismus, Antimilitarismus, Unipolitik und andere - nicht selten durch die geschlechtsblinde Brille betrachtet werden. Umgekehrt werden bei der aktuellen Theoriemackerei vor allem junger männlicher Linker die großen männlichen Denker gern und oft zitiert, als hätte nie eine Frau zu etwas anderem als Feminismus einen schlauen Satz gesagt. Hier wird eine Tradition des Verschweigens und Ausblendens einfach wiederholt, die eine strukturelle männerdominierte Anerkennungskultur fortwährend bestätigt. Als legitime Sprechpositionen werden hier häufig nur solche verstanden, die die Notwendigkeit, Politik zu machen, direkt von theoretischer Schreibtischlektüre abgeleitet haben. Andere Ausgangspunkte wie z. B. persönliche Alltagserfahrungen werden delegitimiert - und das Private als politisch nicht mehr thematisierbar. Diese für uns als feministische Linke eher unbefriedigende Situation macht aus unserer Sicht vor allem Folgendes erforderlich: Geschlechterverhältnisse sollten nicht (nur) additiv thematisiert werden, im Sinne von ›jetzt machen wir auch mal was zu Gender‹, sondern ein konstitutiver Bestandteil von politischen Analysen sein. Nicht zuletzt hat die mittlerweile erfolgte Differenzierung feministischer Gesellschaftsanalysen im Zuge der feministischen Theoriebildung bei der Konzeptualisierung von gesellschaftlichen Zuständen für Anknüpfungspunkte gesorgt, die sowohl für ein umfassenderes Verständnis als auch für politische Kämpfe nutzbar sind. Folglich muss es darum gehen, Geschlecht als Kategorie, als Platzanweiser und als Strukturierungsmoment von Gesellschaft zu begreifen und in die politische Theorie und Praxis mit einzubeziehen. Feminismus jenseits des schicken Labels Gleichzeitig hat ›irgendwie für Feminismus sein‹ auch in der Linken einen gewissen Schick - was ja nicht verkehrt ist. Als feines Label nach Außen genutzt dient es der Street Credibility - nach Innen macht es Konflikte unthematisierbar: Gruppen, in denen ein abgegrenzter Raum für feministische Themen vorhanden ist - beispielsweise in Form von Frauenplena oder Arbeitskreisen - tendieren nicht selten dazu, Sexismus als etwas zu betrachten, was bei ihnen nicht vorkommt. Die Feministinnen, die Teil der Gruppe sind, verkörpern den Beweis, dass die Gruppe frei von Sexismus und Antifeminismus ist. Daher muss sich auch die Gruppe nicht als Gruppe mit derlei Themen beschäftigen. Feministische Praxis wird zur Privatsache. Dass sich linke Gruppen im Vergleich zum Rest der Welt für emanzipativ, antisexistisch und antirassistisch halten und daher ihren eigenen Sexismus und Rassismus nicht für thematisierungswürdig bzw. für nicht-existent halten, ist weder selten noch neu. Allerdings konnten wir auch die Erfahrung machen, dass Antisexismus als strategisches Moment verwendet wird. Hierbei stellt Sexismus - weder der der Linken noch der der bürgerlichen Gesellschaft - kein Problem mehr dar. Die Figur einer antisexistischen und feministischen Politik wird jedoch aufrechterhalten und als Aushängeschild funktionalisiert, weil sie nach wie vor Teil der Gesamtvorstellung linker Politik ist. Was ist Quatsch? Natürlich kann die Linke auch ohne "geschlechtergerechte Strukturen", die Revolution wird ohnehin noch auf sich warten lassen. Wenn man allerdings die bestehenden Verhältnisse umfassend kritisieren will, ist Geschlechterblindheit ebenso hinderlich wie Reflexionsverweigerung. So ist die Frage "Was geht in der Linken?" vehement zu stellen. Die Feministin von heute sollte sich unseres Erachtens nicht nur an den Fehlern der Frauenbewegung abarbeiten, die feministische Theorie für ihre fehlende Praxisnähe und die Gleichstellungsbeauftragte für ihre Institutionalisierung kritisieren oder im dekonstruierten Zimmerlein hocken und Weder-Ein-noch-Aus wissen. Vielmehr sind die durchaus vorhandenen Stärken und Bündnisse zu nutzen, sich zu organisieren und in sowie neben der radikalen Linken sichtbar auf den Putz zu hauen: Feministische Forderungen und Inhalte müssen auf der politischen Agenda plaziert und Konfrontationen gesucht werden. In älteren FrauenLesbenzusammenhängen sehen sich linke Feministinnen, die (auch) in gemischtgeschlechtlichen Gruppen arbeiten, immer noch - verbalisiert oder indirekt - dem Vorwurf der Kooperation mit Männern ausgesetzt. Auch Teile der in den achtziger Jahren verhafteten autonomen FrauenLesben tun sich damit keinen Gefallen, weil sie damit jüngere linke Frauen, die ein anderes Verständnis von Feminismus haben, ausschließen. Allerdings sollte eine Kritik an autonomen FrauenLesben-Zusammenhängen nicht gleich in einen Anti-Frauenbewegungs-Reflex verfallen. Vielmehr ist die Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis der zweiten Frauenbewegung - in Deutschland wie anderswo auf der Welt - sinnvoll und sollte ernsthaft geführt werden. Ebenso sollte die Kritik der heteronormativen und latent homophoben Ausschlüsse der eigenen Zusammenhänge weiterhin auf der Tagesordnung stehen. Zu guter Letzt: In der Tat "gibt es eine gesellschaftliche Grundprägung, wo natürlich auch die Kultur eine Rolle spielt" - durch diese wird die Frau zur Frau und der Mann zum Mann. Geschlecht, Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität sind also gesellschaftlich gemacht, sie werden tagtäglich neu hergestellt und sind somit - in der Linken und der großen Gesellschaft - grundsätzlich veränderbar. Was der Vatikan dazu sagt, ist Quatsch. == AG Feministische Theorie und Praxis, Bochum == http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=231&print=
Phase 2 Nummer:13/2004: http://phase2.nadir.org/rechts.php?ausgabe=13/2004
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