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Grundeinkommen statt Hartz IV

by Quelle: Stern - 30.04.2006 17:52

"Das manische Schauen auf Arbeit macht uns alle krank" - Goetz Werner, Chef der Drogeriekette dm, fordert im stern-Gespräch Revolutionäres: ein Grundeinkommen für alle - und das lebenslang.

"Hartz IV ist offener Strafvollzug"

In ungewöhnlich scharfer Form hat der Chef der Drogeriekette dm, Goetz Werner, die Hartz-IV-Gesetze kritisiert: "Hartz IV ist offener Strafvollzug. Es ist die Beraubung von Freiheitsrechten. Hartz IV quält die Menschen, zerstört ihre Kreativität." Es sei ein Skandal, "dass eine rot-grüne Regierung dieses destruktive Element in die Gesellschaft gebracht" habe.
 

Protest gegen Hartz IV 2004
Protest gegen Hartz IV 2004

Stern Heft 17 - 20.4.2006

Die Zeiten der Vollbeschäftigung seien "endgültig vorbei". Die Politiker seien jedoch "vernagelt" und weigerten sich, die neue Wirklichkeit zu akzeptieren. "Sie sind narkotisiert vom Vollbeschäftigungswahn. Vollbeschäftigung ist eine Lüge, ein Mythos." Das "manische Schauen auf Arbeit" mache alle krank. Aufgabe der Wirtschaft sei es, die Menschen von Arbeit zu befreien. Anstelle eines Rechts auf Arbeit "brauchen wir ein Recht auf Einkommen". Werner erneuerte seine Forderung nach einem Grundeinkommen von bis zu 1500 Euro für alle und lebenslang: "Ein bedingungsloses Grundeinkommen ohne Auflagen, ohne Formulare", das es den Menschen ermöglichen solle, "ein Leben in Würde und frei von Existenzängsten" zu führen . Finanziert werden sollte dieses Bürgergeld über die Mehrwertsteuer, die "allerdings kräftig, vielleicht sogar auf 50 Prozent ansteigen müsste". Alle anderen Steuern gehörten abgeschafft.

Die Klagen seiner Unternehmer-Kollegen über zu hohe Abgaben bezeichnete Werner in dem stern-Gespräch als "Lug und Trug". Die Unternehmer zahlten so gut wie keine Steuern: "Klagen und Jammern gehören zum Geschäft. Aber jeder Unternehmer wälzt seine komplette Steuerlast auf die Preise ab."

Interview als PDF-Datei:  http://www.unternimm-die-zukunft.de/Medien-_und_Presseecho/Das_manische_Schauen_auf_Arbeit_macht_uns_alle_krank.pdf

stern-Artikel aus Heft 17/2006



Soll Nichtstun bezahlt werden, Frau Kipping?

Geld fürs Nichtstun? Für alle? In Deutschland wird ernsthaft über ein Grundeinkommen debattiert. Im stern.de-Interview erklärt Linkspartei-Politikerin Katja Kipping, weshalb jeder Geld bekommen sollte - einfach so.

Frau Kipping, was ist das, ein Grundeinkommen?

Das bedingungslose Grundeinkommen, so wie ich es fordere, ist ein vom Staat ausbezahltes Einkommen, das jedem Menschen qua Existenz zusteht - einfach, weil er ein Mensch ist. Es muss ein monatlicher Betrag sein, dessen Höhe es jedem erlaubt, oberhalb der Armutsgrenze zu leben. Es darf an keine Bedingungen geknüpft sein - etwa an eine Bedürftigkeitsprüfung oder den Zwang, einer Erwerbsarbeit nachzugehen.

Wie hoch soll das Einkommen sein?

Die Vorschläge im Netzwerk Grundeinkommen reichen von 700 bis 1500 Euro. Wenn man sich an den Armutsgrenzen der EU-Kommission bzw. den Pfändungsfreigrenzen orientiert, kommt man auf etwa 940 Euro.

Mehr:
 http://www.stern.de/politik/deutschland/553889.html?nv=ct_mt

Stichwort Grundeinkommen:
Wie wird die Arbeitswelt künftig aussehen? Wie kann sich eine Gesellschaft darauf einstellen, dass Technik und Globalisierung dafür sorgen, dass es künftig nicht genug Jobs geben wird - selbst in Zeiten einer boomenden Konjunktur. Wie muss die vorhandene Arbeit aufgeteilt werden und wie gehen wir mit denen um, die ohne eigenes Verschulden langfristig kaum Chancen haben werden, von dem, was sie tun, leben zu können?

Die Einführung eines staatlichen Grundeinkommens gilt als eine mögliche Antwort. Alle BürgerInnen sollen - unabhängig davon, ob sie arbeiten oder nicht - monatlich einen bestimmten Betrag erhalten. Andere staatliche Leistungen - etwa das Arbeitslosengeld - würden abgeschafft werden.



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ADDITIONAL INFORMATION

 

Grundeinkommen = Hartz IV
Quelle: linkslog 24.05.2006 21:09

(Goetz Werner revisited)

Goetz Werner, der Chef der DM-Drogeriemärkte, wird schon mal als großer Verfechter des seligmachenden Grundeinkommens zitiert und von manchen gar als Verbündeter betrachtet. Ausgerechnet dem Spiegel ist es gelungen Werner und sein Konzept auf seine neoliberalen und unternehmerfreundlichen Wurzeln zurückzuführen.

 http://www.linksnet.de/linkslog/index.php?itemid=424