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Protestsommer gegen Schwerindustrie in Island

by infosammlerIn - 20.07.2007 20:21

SavingIceland, die Kampagne im Kampf um die Verteidigung der wilden Natur auf Island geht ins dritte Jahr. Anfang Juli gab es eine Konferenz "Voices of the Wilderness" mit SprecherInnen aus verschiedenen Teilen der Erde ueber die oft katastrophalen folgen industrieller Grossprojekte, insbesondere der Aluminium-Industrie. Im Anschluss wurde am 9.Juli das Internationale Aktionscamp in der Naehe einer geplanten Aluminium Fabrik auf Island errichtet, von dem in den Wochen darauf Blockaden und andere direkte Aktionen ausgingen und weiterhin ausgehen werden. Am 14.Juli gab es die erste Reclaim the streets in Islands Geschichte. 


"es ist nicht meine Revolution, wenn ich nicht danach tanzen kann"

Teil 1 : Protesommer gegen Schwerindustrie in Island

(Text vom 9.07.)

Island mit seinen 300.000 Einwohnern erlebt gerade eine der gravierendsten Veränderung seiner Geschichte, bis vor ein paar Jahren war Umweltverschmutzung ein Fremdwort, die Isländische Energie Produktion komplett durch Geothermie gesichert. Doch seit einigen Jahren ist Island ins Interesse der Aluminium Industrie geraten, der Energiehunger dieser EnergieIntensivsten Industrie ist immens und da kommt Island mit seinen enormen EnergieReserven und einer Regierung die einen Wasserfall als eine Verschwendung von potenzieller Elektrischer Energie sieht gerade gelegen. Der Wille diese Energie zu Diskontpreisen zu verkaufen, nicht verbrauchte Verschmutzungsrechte nach Kyoto, komplett unbevölkerte Gebiete und eine Bevölkerung die keine Tradition von Protest hat machen Island für sie zum Perfekten Standort.

Was gerade in Island passiert ist folgendes, neben drei bereits existierenden Aluminium Schmelzen sind eine ganze Reihe weiterer geplant, die Energie für diese Fabrikkomplexe werden neben Geothermischen Kraftwerken vor allem durch große Staudammprojekte realisiert so das Kárahnjúkar Staudamm Projekt, Europas größtem Staudamm der zurzeit geflutet wird. Das dabei in eine der wenigen unberührten Flecken Natur die noch existieren massiv eingegriffen wird spielt weder für die Industrie noch die Politik eine Rolle. Dabei werden die Entsprechenden Staudammprojekte als grüne Energie promotet, grün sind diese jedoch nur weil sie keinen Sichtbaren Dreck verbreiten, Stauseen produzieren jedoch durch das verrotten des Biomaterials unter der Wasser, ähnlich viel Klimaschädliche Gase wie Kohlekraftwerke. Bei der Produktion von Aluminium wird dazu noch direkt CO2 und viele andere umweltschädliche Stoffe unter anderem Schwefeldioxid sowie Schwermetalle freigesetzt. Nicht ohne Grund haben Alcoa und Alcan, beides Konzerne die in Veränderungen hier auf Island involviert sind einen Ruf als eine der größten Umweltverschmutzer weltweit. Pläne der Isländischen Regierung sehen vor praktisch alle größeren Gletscher Abflüsse zur Produktion von Energie für Aluminium Industrie mit Staudammprojekten zu versehen, die folgen sind schon jetzt gravierend und es ist wichtig diesen Prozess aufzuhalten.

Die Kampagne die die letzten zwei Jahre versuchte die Konstruktion am Kárahnjúkar Damm durch direkte Aktionen aufzuhalten bzw. zu behindern  http://de.indymedia.org/2006/07/153417.shtml wird auch dieses Jahr Baustellen besetzten und deren Bau aufhalten um auf deren folgen hinzuweisen. Aluminium wird zu 30 % direkt in Rüstungsgüter umgesetzt, der andere Teil geht zum größten Teil in die Produktion von Autos, Flugzeugen und anderen Verkehrsmitteln und ist somit eine der Grundlagen für die damit geführten Kriege und Umweltzerstörung. Dieser Prozesse der sich hier in Island abspielt ist nicht einzigartig er findet ähnlich oder mit noch gravierenderen Folgen an anderen Orten so zum Beispiel in Trinidad and Tobago, Brasilien oder Süd Afrika statt, an Orten an denen Menschen die die Hochtechnologie die sie dort produzieren nie nutzen werden können.

Die Hoffnung das mit dieser Kampagne ein Zeichen gegen die Megamaschiene die wir um uns haben, einer Industrie die durch die Produktion von immer mehr Waffen (der Weltweite Etat für Rüstung nähert sich seit ein paar Jahren dem Level des kalten Krieges) von immer mehr Flugzeugen und Autos
und deren Folgen auf unsere Welt zu setzen lebt in uns. Es ist nicht mehr viel übrig von der wilden Natur auf unserem Planeten und wir sind dabei auch die letzten Flecken auszulöschen und es sind weltweiten Konzerne die diese Entwicklungen vorantreiben und diese Konzerne haben Namen und Adressen. Und die Aluminium Industrie wird uns sicher nicht helfen den Klimawandel aufzuhalten, sie muss verschwinden es ist bereits genug Aluminium da draußen, es müßte nur recycelt werden.

für eine radikale Umweltbewegung
grüße aus Island

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Teil 2: Savingiceland schreibt Geschichte

(Text vom 17.07.)
Am Sonnabend den 14. zog Savingiceland die Kampagne im Kampf um die Verteidigung der wilden Natur auf Island mit einer Überraschung in die Innenstadt Rekjaviks, nicht wie von den Medien erwartet ging es diesmal in den Aktionen nicht um die Besetzung, die Blockade von Maschienen oder Baustellen. Savingiceland erfindet sich dieses Jahr neu, den Kampf um die Natur zu gewinnen bedeutet auch den Kampf um die Herzen der Menschen auf dieser Insel zu gewinnen oder zumindest den Buiseness as Usual für eine Weile zu unterbrechen . Nachdem am dienstags bereits eine Konsum kritische Aktion in Rekjaviks größter ShoppingMall stattgefunden hatte www.youtube.com/watch?v=JJF7uK4cCOM . Dafür hatte SavingIceland Referent Billy vorsitzender der Church of stop shopping eingeladen der auch auf der Konferenz "Voices of the Wilderness" [  http://de.indymedia.org/2007/07/187339.shtml ] gesprochen hatte und seine Predigten diesmal gegen die Internationalen Aluminium Konzerne die dabei sind Islands Natur Nachhaltig zu zerstören wendete. Erobert diesmal ein Soundsystem unterstützt durch die auf dem SavingIceland Camp gegründetete Clownarmee Islands die Innenstadt Rekjaviks.

Die Polizei brauchte eine geschlagene halbe Stunde um zu bemerken das der Aufzug auf einer der Hauptstraßen in die Innenstadt unterwegs war und es gelang ihnen erst in der Innenstadt diesen zu stoppen. Völlig überfordert mit der Situation und durch das engagierte Tanzen einiger Aktivisten gelang es ihnen jedoch nicht den Fahrer festzunehmen, auf die Idee das Soundsystem abzuschalten kamen sie erste nach weiteren 45 Minuten, lange nachdem sie unfähig die Situation zu kontrollieren, sehr Brutal 3 Menschen festgenommen hatten. Die Tatsache hier mit Menschen konfrontiert zu sein die eine Festnahme nicht einfach so hinnehmen trug zu ihrer Verwirrung bei und veranlasste danach einige wahrscheinlich frustrierte Polizisten die Scheiben des Wagens der das soundsystem zog einzuschlagen und mit den Schlüsseln zu verschwinden und ihre gesammte Einheiten abzuziehen. Mit Hilfe der Techno-Szene Rekjaviks die sich spontan solidarisierte ging die Party dann jedoch in der Innenstadt weiter und zog am Abend vor das Haupquartier der Polizei um eine Lärm und Krachdemo für die Gefangenen in Holländischer Tradition zu machen.
www.youtube.com/watch?v=NenbTc0cQs4

Abgesehen von den 5 festnahmen, war die ganze Aktion sehr erfolgreich, schön auch das die Clownsarmee in der Lage war in die Live-Übertragung des ersten staatlichen Fernsehens hinein zugeraten und eine wenig positive Verwirrung direkt nach der Berichterstattung über die "gewalt" der Demonstranten zu stiften.

It's not my revolution If I can't dance to it

support the islandic underground

Article in English:
www.savingiceland.org/node/838

URL   http://www.savingiceland.org/node/435   |  


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