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Prima Klima auf Bali? Nach der Klimakonferenz

by Quelle: tierra, indy - 18.12.2007 19:52


 http://www.indymedia.org/de/2007/12/898061.shtml

Auch nach "Bali" wird der Klimawandel weiter fortschreiten; es sei denn wir mischen mit. Fakten, Zahlen, Quellen, Links zum Klimaschutz.
Teil 1. Die Klimapolitik der deutschen Bundesregierung;
Teil 2. Weltweite Verstrickung
Aktion für das Klima am 9.12.07:  http://de.indymedia.org/2007/12/201727.shtml
 

Source: goodstorm.com
Source: goodstorm.com


Zuerst aus aktuellem Anlass direkt vom Gipfel:
Paul Hilder: "Sabotage in Bali"
Die USA, Kanada und Japan sabotieren die Klimagespräche auf Bali
 http://de.indymedia.org/2007/12/202521.shtml

Prima Klima?


WAS IST LOS AUF DIESER WELT? - AUSWIRKUNGEN DES KLIMAWANDELS

Seit 1970 hat der vom (industrialisierten) Menschen erzeugte Austoss von Treibhausgas um 70% zugenommen.
Die weltweite Durchschnittstemperatur wird in diesem Jahrhundert um zwischen 1,1 bis 6,4 Grad Celsius zunehmen.
Der Meeresspeigel wird voraussichtlich um 18 bis 59 Zentimeter ansteigen (daneben gibt es auch noch darüberhinausgehende Schätzungen).

KLIMAKARTE:

- ARKTIS - Kollaps der aktischen Schelfeisgebiete und verminderte Abstrahlung.
- GRÖNLAND - Instabilität des Eisschilds aufgrund nicht-linearer Abschmelzprozesse
- WESTANTARKTIS - Instabilität des Eisschilds aufgrund nicht-linearer Abschmelzprozesse
- PERMAFROST - Aufftauen des sibirischen Permafrostbodens
- MEERE - Versauerung der Meere und Abnahme der CO-2-Pufferungskapazität
- GOLFSTROM - Instabilität des Golfstroms (bei einem Anstieg bis zu 3 Grad Celsius völliger Zusammenbruch des Stroms)
- EL NINO - Verstärkung und Dauerhaftiglkeit des Phänomens
- SOMMERMONSUN - Abschwächung (Luftverschmutzung) oder Verstärkung (globale Erwärmung) des indischen Sommermonsuns
- HIMALAYA - Gletscherschmelze; verminderte Abstrahlung im tibetischen Hochplateau
- AMAZONASREGENWALD - Instabilität/Kollaps auch aufgrund von Landnutzungswandel (Agro-Sprit-Monokluturen, Abholzung)
- SAHEL-ZONE - Gefährdung der gesamten Zone
(Angaben von:  http://www.germanwatch.org)
Während zig-hundertausende Menschen auf der Erde an den Folgen des industriellen Raubaus und dem politischen und auch persönlichen Unwillllen zu Veränderungen, leiden, verelenden, erkranken und sterben, KOSTET DER KAMPF GEGEN DIE ERDWÄRMUNG TATSÄCHLICH WENIGER ALS 0,12% DES JÄHRLICHEN WELTWEITEN BRUTTOINLANDSPRODUKTS: IM TEUERSTEN FALL MÜSSEN BIS 2030 WENIGER ALS 3% AUFGEWENDET WERDEN

Die Menschheitsgeschichte ist voll von Beispielen, die belegen, dass wirklich sinnvolle Veränderungen nie von "oben" kommen sondern von "unten"; von dort wo die Bevölkerung/en sich gegen die Verbrechen, die im Namen von Nationalismus und "Wohlstand" an ihr/ihnen begangen werden, organisiert zur Wehr setzen. Gleichzeitig hat die Menschheit sich noch nie zuvor an einem solch extremen und dramatischen Punkt befunden, wie an dem des sog. Klimawandels. Jahrzehtelang wurden Warnungen in den Wind geschlagen; wissenschaftliche Ergebnisse und Prognosen sowie eine breite und wirklich effektive Durchsetzung von Alternativen, unterschlagen, unterdrückt, kriminalisiert oder bestenfalls lächerlich gemacht. Vor den Ergebnissen dieser "Politik" stehen wir heute und mit uns die leidtragenden an unzähligen Orten der Welt und nicht zuletzt alle, die nach uns kommen...

DIE KLIMAPOLITIK DER DEUTSCHEN REGIERUNG

Während "die Welt", bzw. ihre finanzschweren Spekulateure und InvestorInnen, Mächtigen und LobbyistInnen verzückt mit den Wimpern klimpern, wenn sie auf den "Vorreiter" in Sachen "Wir retten das Klima" blicken; die Medien und selbst die Münder diverser NGO-RepräsentantInnen des Lobes voll sind, für das -wieder einmal- vor Protagonismus strotzende Deutschland..., sammelt sich - ebenfalls wie immer- unterm heimischen Teppich der Dreck, der Feinstaub und die Kollateralschäden einer verantwortungslosen nicht nur Klima,-sondern generellen Umweltschutzpolitik. Deshalb zunächst eine Auflistung von verschiedenen Fakten und Ziffern, die daran appellieren, das folgende Stück dringenst von der Bühne zu nehmen und durch ein ernsthaftes zu ersetzen:

UNTER DEN BLINDEN IST DER EINÄUGIGE KÖNIG
(Eine MAKABERE Posse, aufgeführt u.a in Bali 2007, mit den Hauptdarstellern Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Michael Glos)

CO-2-REDUZIERUNG IM BEREICH VERKEHR

PKW:
Frei nach dem Ministerium von Michalel Glos (CSU) und Bundesumweltministerium:
Aus den Kriterien für die "Energieeffizienklassifizierung" (Klassen A bis G), gedacht als Richtschnur für die KäuferInnen "umweltfreundlicher" PKW: 1.Klasse: z.B. Ein 3t schwerer Geländewagen mit einem CO-2-
Ausstoss von 240 g/km
2. Klasse: z.B. Mercedes CDI; Ausstoss 149 g Kohlendioxid/km
3. Klasse: z. B. Daihatsu Curore (umweltfreundl.; sparsam)
104 g Kohlendioxid/km
Logisch? Der "Schöpfungs"-Trick der klimarettenden Leitkultur besteht darin, dass nicht nur der CO-2-Ausstoss, sondern auch das Fahrzeuggewicht als Basis geltend gemacht wird. BUND-Experte Werner Reh: "Durch die Differenzierung nach Gewicht wird das Ziel einer konsequenten Reduzierung des CO-2-Ausstosses bei Neuwagen konterkariert. Das Modell ist industrie-politisch motiviert".
Der Zielwert der EU für die maximale Klimabelastung ist 130g/km. Die Stickoxidkonzentration liegt in vielen deutschen Städten, trotz der bislang eingeführten Standarts, noch immer über dem Jahresdurchschnitt von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Dieser Wert gilt ab 2010 als EU-weit verbindlicher Grenzwert.

LKW
Die LKW-Maut wird nach Schadstoff gestaffelt. Nur weniger als 4% der Trucks aber gehören zur schadstoffarmen Klasse A (10 Cent/gefahrenem km). 70 % der LKW entsprechen der Abgasklasse B (12 Cent/gefahrenem km). Satt gefördert werden soll nun nach dem Willen von Verkehrsminister Tiefensee (SPD), der Umstieg auf moderene Laster. Der Minister rechnet mit 70% der Fahrzeuge innerhalb der nächsten drei Jahre). Das heisst eine Verlagerung auf das Güterverkehrsnetz der Bahn, das bereits jetzt schon weitaus schadstoffärmer wäre wird es nicht geben. Auch nicht in Anbetracht der Tatsache, dass dadurch die sich laut der Einschätzung des Verkehrsministeriums in 2002, auf 4,13 Milliarden € bis 2010 belaufende Verursachung von Strassenschäden vermieden würde. Die "Allianz pro Schiene" dazu:"Die Verbilligung des LKW-Verkehrs ist klimapolitisch vollkommen inakzeptabel: Eine Mautsenkung wird den CO-2-Ausstoss weiter anregen". www.allianz-pro-schiene.de/

FEINSTAUB

Eigentlich müsssten die Feinstaubgrenzwerte bereits seit 2005 EU-weit eingehalten werden und das aus gutem Grund: 17.000 Menschen sterben jährlich in allein Deutschland an den Folgen des Feinstaubs; 310.000 in Europa (Quelle: Weltgesundheitsorganisation; WHO: www.who.int/;www.de.wikipedia.org/wiki/Weltgesundheitsorganisation ). Dennoch können Städte mit "ungünstigen Ausgangsbedingungen" beim EU-Umweltkomissar längere Übergangsfristen beantragen. Zu solchen Regionen zählen in der BRD primär Stuttgart, Cottbus, das Ruhrgebiet und Grevenbroich. Für solche Zonen gilt nun, dass sie die Vorgaben erst ab 2011 erfüllen müssen. Ob mit der Ausnahmeregelung Schindluder getrieben wird, bleibt abzuwarten. In Dortmund hat man es jedenfalls fertiggebracht, gegen die Grenzwertüberschreitung, genau eine Strasse zu sperren! Auch die erlaubte Grösse der Feinstaubpartikel ist nicht eben ideal. Sie darf bis zu 2,5 Mikrometer betragen. Die WHO empfiehlt hingegen maximal 10 Mikorgramm, denn ultrafeiner Staub dringt tief ins Lungengewebe und bis in die Blutbahn ein..

Zu den KFZ-Plaketten für geplante Umweltzonen in deutschen Städten siehe:  http://www.umwelt-plakette.de und  http://www.vcd.org

BOYKOTT VON INITIATIVEN

Die Organisation (für zukunftsfähige Nord-Südpolitik) "Germanwatch" hatte beim Wirtschaftsministerium Beschwerde gegen den Volkswagenkonzern wegen seines Lobbyings eingereicht. Nach Ansicht der Organisation verstossen die Unternehmenspolitik, das Lobbying und die Unternehmensstrategie sowie die Produkte des Konzerns gegen den Verhaltenskodex der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen. Das Wirtschaftsministerium ist hierfür die Kontaktstelle. "Germanwatch" sieht u.a. durch die Praktiken von "Volkswagen" die Erreichung des Ziels der Autokonzerne, den CO-2-Ausstoss bis Ende 2008 Eu-weit auf einen Durschnittsverbrauch von 140g/km zu reduzieren, gefährdet. Das auch für Aussenwirtschaftsförderung zuständige Wirtschaftsministerium hat vor Kurzem die Beschwerde zurückgewiesen. Hintergrundpapier, Beschwerdetext, weitere Informationen:  http://www.germanwatch.org/corp/vw.htm
 http://www.lobbycontrol.de

STANDORT-"LOGIK"

Die EU gestand der deutschen Industrie ab 2008 die Verpestung der Luft mit 453 Millionen Tonnen Klimadreck zu. Bundeswirtschaftsminister Glos drohte umgehend, 457 Mio t einzuklagen und das obgleich die Industrie "nur" 451 Millionen Tonnen jährlich produziert. "Autos, die weniger als 120 g Giftstoffe/km ausstossen, kosten zentausende Arbeitsplätze in Deutschland", so die Autobosse. Dass der Klimawandel bei fortschreitender Entwicklung, jedoch hunderttausende Arbeitsplätze vernichten wird, scheint den Verursachern nicht zu dämmern.

Fakt ist aber auch:
Laut einer Umfrage im Auftrag der EU-Komission benutzen von 25.767 Befragten aus allen 27 EU-Staaten 51,4% als Hauptverkehrsmittel das Auto. Nur 20% nutzen primär Busse und Bahn und nur 8,7% fahren zu gebräuchlichen Zwecken mit dem Rad.

DAS "ENERGIEPAKET" DER DEUTSCHEN BUNDESREGIERUNG

ENERGIESPARMASSNAHMEN BEI GEBÄUDEN

Am 05.12.07 wurden auf Druck der CSU, "existierende Gebäude" von dem am selben Tag verabschiedeten Klimapaket ausgenommen; d.h. für sie bestehen auch in Zukunft keine verpflichtenden Standarts zu Wärmeeffizienz und Energiedämmung. Die geplanten strengeren Grenzwerte wurden in Rücksichtnahme auf Hausbesitzer, denen keine Verpflichtungen zugemutet werden könnten, zurückgeschraubt. An die Zumutung für die unter den Auswirkungen des Klimawandels leidenden Menschen in anderen Ländern dieser Erde, wo Katastrophen, Überschwemmungen und Dürren Obdachlosigkeit, Seuchen und Elend für zig-100.000sende bedeuten, haben die christlichen Parteien bei dieser Entscheidung offensichtlich nicht gedacht. Auch die Förderung des Austauschs von elektrischen Nachtspeicheröfen wurde ausgeklammert. Stattdessen wurden die Kriterien einer Förderung des Einsatzes von erneuerbaren Energien und Wärmedämmung verschärft.

WÄRMEPUMPEN

Ein vom Kabinett verabschiedeter Erfolg der Stromlobby, ist die Anerkennung ineffizienter Wärmepumpen als Ökoenergie. In Wahrheit ist jedoch das als Arbeitszahl bezeichnete Verhältnis von Stromeinsatz und Wärmeausbeute alles andere als energiesparend: Die als Kriterium für erneuerbare Energie angesetzte Arbeitszahl 4 wird nämlich in der Praxis kaum erreicht. Überdies erscheint die Wärmepumpe nur deshalb als günstige Alternative zu Öl und Gas, weil die Versorger (wie Z.B. die EnBW) den Wärmepumpenstrom durch höhere Preise für alle anderen Kunden quersubventionieren lassen. (Quelle: taz; 05.12.07)

HOLZ;- UND PAPIERINDUSTRIE

RECEYCLINGPAPIER

Mit einem DIN-A4 Blatt Receyclingpapier lässt sich soviel Energie einsparen, dass eine herkömmliche 100-Watt-Glühbirne 44 Stunden lang brennen könnte. Wer 500 Blatt Receyclingpapier verwendet, spart dabei 7,5 kg Holz; 79 l Wasser; 16,3 kWh Energie und 0,4 kg CO2-Emissionen. Der Anteil von Receyclingpapier in Deutschland beträgt ca. 66%. Nicht wenig, aber auch nicht genug. So sind die Steigerungsmöglichkeiten etwa im Bereich von Büropapier noch längst nicht genügend ausgeschöpft und die Bemühungen von administrativer Seite, diese Alternative weiter zu propagieren, scheinen zu stagnieren. Informationen und Ratschläge zu Gütesiegeln etc. gibt es unter Pro-Receycling:
www.initiative-papier.de/

HOLZ

Zu einem erheblichen Maße anteilig an der globalen Erwärmung, ist die gigantische Abholzung von Waldflächen und eine blindäugige Holzverwirtschaftung. Deutsche Konzerne sind hieran weltweit beteiligt. Aber auch auf nationaler Ebene glänzt dieser Industriezweig nicht eben mit weiser Voraussicht. So exportiert etwa der Bundesstaat Bayern, mit 2,5 Millionen Hektar das grösste Waldgebiet Mitteleuropas, Buchenholz nach China. Es zeichnet sich bereits eine Ausbeutung mit Kahlschlagfolgen ab. Die entsprechenden Gesetze, um dies zu verhindern, sind laut Forstbeamten "bedenklich liberal. Die Beispiele aus anderen Ländern, in welchen der Kahlschlag zu katastrophalen Folgen geführt hat, scheinen die deutsche Fortwirtschaft und die Wald-"Besitzer" (in Bayern sind 54% der Waldfläche in Privatbesitz) unbeindruckt zu lassen. Aber nicht nur Export gefährdet, neben Faktoren wie Versauerung der Böden, Sturmschäden und Borkenkäfer den deutschen Wald..., zwischen 2002 bis 2006 wurde die Stromerzeugung aus Holz versechsfacht; gleichzeitig stieg die Wärmegewinnung aus Holz um 50% an. Der nutzbare Zuwachs lag jedoch lediglich bei 8,3 Kubikmetern pro Hektar (2004 lag der Einschlag bei 108 % des Zuwachses, 2006 bereits bei 120 %). Im Landkreis Ravensburg soll ein Sägewerk entstehen, das jährlich 1,3 Millionen Kubikmeter Holz verarbeitet. Nachhaltigkeit und naturnahe Wälder sind indessen eine der effektivsten Waffen gegen den Klimawandel. Wo bleibt die vielgerühmte Weitsichtigkeit? Informationen:
 http://www.bund.net/
 http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/klima_energie/
 http://vorort.bund.net/klimaschutz/positionen/positionen_39/positionen_12.htm
 http://www.robinwood.de/

LANDWIRTSCHAFT

Gleichzeitig spielt sich der Prozess einer EU-weiten, drastischen Reduzierung der landwirtschaftlichen Anbauflächen ab. Während des Zeitraums von 2007 bis 2013 werden die Mittel zur Förderung der ländlichen Gebiete von rund 1,3 Milliarden Euro auf 1 Millarden gekürzt. Wichtig wäre hingegen eine viel verstärktere Förderung des ökologischen Landbaus, denn -als nur einer von vielen Gründen- durch Überdüngung gelangen Agrogifte in die Gewässer und richten dort verheerende Schäden an (siehe weiter unten bei unrealistische Kalküle;CCS).Über die Produktion und die weltweiten Auswirkungen von Agrochemie berichtet kontinuierlich die Koordination gegen BAYER-Gefahren:  http://www.CBGnetwork.org Ökobranche und Bauernverband fordern eine stärkere Unterstützung:"Der Nachfrageboom muss mit Importen gedeckt wegen, weil es nicht genügend ausgebildete Ökolandwirte gibt".

UNREALISTISCHE KALKÜLE

STEIGERUNG DER NAHRUNGSPFLANZENPRODUKTION

Als fälschlich erweist sich die Annahme, eine positive Wirkung des Treibhauseffekts, sei ein besseres Pflanzenwachstum, insbesondere von Reis, Weizen und Kartoffeln. Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft und der Hohenheimer Pflanzenökologe A. Fangmeier haben Folgendes herausgefunden: Bei einem hohen CO-2-Gehalt der Luft, steigt 1. der Ertrag, je nach Frucht, nur um 10 bis 15%;: nimmt 2. der Proteingehalt ab, Gluteneiweiss verringert sich um bis zu 20% und 3. sinkt der Vitamin-C-Gehalt, bei Kartoffeln gar um geschlagene 50%. Ähnlich widersprüchlich wie beim Thema Agro-Sprit in Konkurrenz zur Welternährungssicherheit (siehe Links hierzu am Ende des Artikels), werden bereits Zuchtmassnahmen in Erwägung gezogen, um Mangelerscheinungen entgegenzuwirken. Obendrein handelt es sich um neueste und erste Forschungsergebnisse, die zudem noch keine Erklärungen für die festgestellten Prozesse liefern. Die langfristige Wirkung von CO-2 auf das Wachstum der Fauna ist schlichtweg ungeklärt. Eine im Wissenschaftsmagazin "Nature" erschienene Studie, spricht gar von einem doppelt schädigenden Effekt des Treibhausgases auf Pflanzen, weil das Ozon diesen zusätzlich Energie entzieht, die sie für ihr Gedeihen benötigen. Die Autoren der Studie haben errechnet, dass die Pflanzen in Folge der Ozonbelastung bis 2100 etwa 23% weniger CVO-2 binden werden. Ozon ensteht immer dann, wenn Luft und Stickoxide unter Lichteinstrahlung zusammentreffen. Hieraus ergibt sich für nahrungsmittelexportierende, südliche Länder, bei einer Nichteindämmung oder gar Steigerung der Stickoxidemissionen das Problem, ob ihre Produkte, die überdies auch häufig pestizidverseucht sind, unter gesundheitlichen Gesichtspunkten überhaupt noch als Nahrungsmittel gelten können. (Weltweit wurden derzeit rund 3 Millionen Todesopfer allein durch Luftverschmutzung gezählt. Diese Angabe entstammt einer Studie der amerikanischen Forschungsgruppe um David Pimentel von der Cornell University. Die Forschungsergebnisse zum Thema "Todesursache Umweltverschmutzung" ist veröffentlich unter:
Human Ecology:  http://www.che.ac.uk/index.php/

UMWELTFREUNDLICHE KOHLE?

Bis zum Jahr 2020 sollen 60% der deutschen Kraftwerksleistung erneuert werden; den Löwenanteil hierbei nehmen Kohlekraftwerke ein. Kohle ist der klimaschädlichste Energieträger überhaupt. Ihre Verflüssigung zur Gewinnung von Treibstoff setzt doppelt soviel CO-2 frei, wie bei der Verwendung von herkömmlichem Benzin.

EIN GRABMAL FÜR DAS CO-2 ?

Anstatt die Emissionen zu reduzieren und sonstige notwendige Massnahmen zu ergreifen, wird ein weiteres unabschätzbares und blankes Kalkül propagiert, nämlich das CCS (Carbon Dioxide Capture and Storage). Dieses Konzept sieht vor, das bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehende CO-2 abzutrennen und in Untiefen von Gebirgsgestein oder der Weltmeeren "endzulagern". Dadurch sollen die Treibhausgasemissionen um bis zu 80 bis 90% sinken. Tatsächlich jedoch sinkt der Wirkungsgrad um 40% während die Kosten um 90% ansteigen (trotzdem stellt allein die EU für die Entwicklung des CCS 200 Millionen Euro bereit). Das "CO-2-Grabmal" steht im Kreuzfeuer wissenschaftlicher Kritik. Besonnene Geister warnen vor der uneinschätzbaren Gefahr von Erd,-oder Seebeben oder dem Entweichen des Gases aufgrund undichten Gesteins. Die Gase sollen nämlich Millionen Jahre gelagert bleiben. Zu dieser schon fast rührend naiven Sichtweise kommt hinzu, dass die entsprechende Technologie frühestens 2020 eher noch 10 Jahre später, falls überhaupt, fertig entwickelt sein wird. Schätzungen von Fachleuten des Obersten UN-Klimarat (IPCC) zufolge würden sich dann im Jahr 2050 gerade einmal 20 bis 40% der weltweiten fossilen CO-1-Emissionen durch CCS einsparen lassen.

NOCH MEHR GRAB IM MEER

Was passieren würde, wenn das CO-2 eines Endlagers unter dem Meeresboden durch ein Beben freigesetzt würde, ist nicht abzusehen. Andere Effekte der Klimapolitiken hingegen schon: Der wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderung (WBGU): Die sogenannte Primärproduktion (Nahrungskette ab dem kleinsten Teilchen, also ab Plankton) ist seit den 80er-Jahren in neun von zwölf Ozenagebieten um mehr als 6% gesunken. Dafür verantwortlich gemacht werden steigende Wassertemperaturen und eine schlechtere Närstoffversorgung des Planktons. Da 15% des weltweit vom Menschen konsumierten Eiweisses von Fischen stammt, ist diese Spezies direkt von dieser Entwicklung betroffen (von Überfischung und Austerben ganz abgesehen).

Ein weiteres Phänomen sind die sog. Todeszonen in riesigen Gebieten der Meere, in denen es keinen Sauerstoff und kein Leben mehr gibt. Im Golf von Mexiko umfasst die Todeszone bereits 22.000 qkm und hat sich damit seit Beginn der 1990er-Jahre verdoppelt. Die Ausweitung solcher Gebiete, insbesondere an den Kontinentalschelfen vor den Küsten, ist laut Aussagen der WissenschaftlerInnen menschengemacht. Nach aktuellen Schätzungen des UN-Umweltprogramms Unep existieren inzwischen 200 solcher Todeszonen; sie liegen zu einem Drittel vor der US-amerikanische Küste und in den Gewässern von Chile, Namibia, Südafrika, China, Japan und Neuseeland. Ursache für den Kollaps sind übergrosse Nährstoffmengen wie Phosphate und Nitrate, die grösstenteils vom Land her über die Flüsse, aber auch über die Luft in die Meere gelangen. Durch die "Überdüngung" kommt es zunächst zu einer Algenblütenexplosion und danach zu Gärungsprozessen, die den Sauerstoff aufbrauchen und Schwefel freisetzen. Fische und Meerestiere, die nicht flüchten können, sterben.
Jährlich werden rund 35.000 Tonnen Phosphor und über eine Million Tonnen Stickstoff in die Meere gespült. Der Grossteil stammt aus der Landwirtschaft. Die Todeszonen sind jedoch nicht irreversibel und können durch entsprechende Massnahmen regeniert werden. Als erster Schritt unabdingbar notwendig ist jedenfalls eine weltweit greifende Phosphatrichtlinie.
 http://www.greenpeace.de/

LINKS:

Infos über Klimapolitik in dtsch. :
 http://www.wikio.de/gesellschaft
 http://www.klimacamp.org/
 http://www.avaaz.org/de/

INITIATIVE HIERZULANDE:
 http://www.klimacamp.org/

Mehrsäulenstrategie für 2008.
 http://wiki.klimacamp.org/index.php/Aufruf
Klima-Aktion in Freiburg
 http://de.indymedia.org/2007/12/201743.shtml

weitere Links:
Bericht Heathrow 2007
 http://de.indymedia.org/2007/09/193563.shtml
Analysen
 http://wiki.klimacamp.org/index.php/Strategiepapiere
Wie weiter mit radikaler Klimaaktion?
 http://wiki.klimacamp.org/index.php/Climate_Camp_2007_-_Retrospektive
Organisationen & Netzwerke
 http://climatecamp.org.uk
 http://risingtidenorthamerica.org
 http://risingtide.org.uk
Artikel auf:  http://de.indymedia.org/2007/10/198114.shtml
im Zusammenhang:
Center for Economic Justice:
 http://www.econjustice.net/
 http://www.oilwatch.org/ (span.; engl. franz.)

Frauen und Klima
 http://www.genanet.de
 http://www.worldfuturecouncil.org

WISSENSCHAFTLICH:
Sience from climascientists:
 http://www.realclimate.org/
Intergovernmantal panel of climate change
 http://www.ipcc.ch
 http://www.theclimateproject.org/
A Sudden Change of State
A new paper suggests we have been greatly underestimating the impacts of climate change – and the size of the necessary response.
By George Monbiot. Published in the Guardian 3rd July 2007
 http://www.guardian.co.uk/commentisfree/story/0,,2117235,00.html
James Hansen et al, 2007. Climate Change and Trace Gases. Philiosophical Transactions of the Royal Society – A. Vol 365, pp 1925-1954. doi: 10.1098/rsta.2007.2052.  http://pubs.giss.nasa.gov/docs/2007/2007_Hansen_etal_2.pdf
Intergovernmental Panel on Climate Change, February 2007. Climate Change 2007: The Physical Science Basis – Summary for Policymakers. Table SPM-3.
 http://www.ipcc.ch/SPM2feb07.pdf
Centre for Alternative Technology, 10th July 2007. ZeroCarbonBritain: an alternative energy strategy. This will be made available at
www.zerocarbonbritain.com
Engl.; span. :Globalisiere dich...
 http://www.globalizate.org/monbiot060707.html
Der Verein "LobbyControl - Initiative für Transparenz und Demokratie" hat am 5. Dezember die Preisträger des Worst EU Lobby Award und Worst EU Greenwash Award bekanntgegeben...
 http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=20044

ARTIKEL:
Der "grüne Imperialismus"
 http://de.indymedia.org/2007/09/195105.shtml
Bilbao: Internat. Konferenz- Ökolog. Schuld
 http://de.indymedia.org/2007/10/196743.shtml
Von Kyoto nach Quito 1- 3, siehe unter:
Ecuador: Brasilien darf Öl fördern
 http://de.indymedia.org/2007/10/197960.shtml
Öl: mehr Fluch als Segen ZUM ENERGIEGIPEL DER LÄNDER SÜDAMERIKAS
 http://de.indymedia.org/2007/07/187688.shtml
Die Mythen über Biokraftstoff
 http://de.indymedia.org/2007/06/185388.shtml
Agrosprit: Aufruf zu Moratorium
 http://de.indymedia.org/2007/07/188020.shtml
Merkel und der Quito-Vorschlag, unter:
Aufruf für ein Klimacamp in der BRD 2008
 http://de.indymedia.org/2007/09/194022.shtml

Spanien-Migration und Umweltflucht
 http://de.indymedia.org/2007/09/195109.shtml
Kolumbien:Morde für Palmöl
 http://de.indymedia.org/2007/09/194559.shtml
Volkstribunal verklagt Repsol - ÖkoFlucht
 http://de.indymedia.org/2007/07/186822.shtml
Nigeria:Schüsse gegen Umweltschützer
 http://de.indymedia.org/2007/08/190021.shtml


Teil 2

WELTWEITE VERSTRICKUNG

Die so gerne und protzig als Standort bezeichnete BRD ist vornehmlich einer der westlichen Industriestaaten, deren Handeln sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, auf das globale Ökosystem des Planeten wirken. Vielleicht ist es gar an der Zeit, an diverse Erkenntnisse wie den Energieerhaltungssatz; "Wie oben, so unten" und "Sie bewegt sich doch" zu erinnern, um die abgeflachte Denkart tödlicher Ignoranz zu durchbrechen?

DIE "LÖSUNG" VON BALI

Der Klimagipel in Bali hat, gelobt als wichtigste Entscheidung, die Einrichtung eines Fonds beschlossen, der ärmeren Ländern dabei helfen soll, sich an die Folgen der Klimaveränderungen anzupassen. Zwei Millionen Dollar sollen aus dem Emissionshandel im Verlauf der kommenden vier Jahre in den Topf fliessen. Angesiedelt ist der Fond unter dem Dach des von der Weltbank und der UNO gemeinsam verwalteten "Global Environment Facility" (GEF). Die von den Auswirkungen der Klimaverschiebung betroffenen ärmeren Länder, wehrten sich bis zuletzt gegen die Anbindung des Fonds an die Weltbank. Statt einzuräumen, längerfristig mit ihnen gemeinsam eine andere Lösung zu entwickeln, "einigte" man sich auf einen Kompromiss: Ein Gremium aus 16 noch zu wählenden Ländern soll die Mittelvergabe durch den GEF überwachen. Bislang befinden sich erst 80 Millionen Dollar in dem Topf. Ob er sich füllt hängt massgeblch von vom Florieren des weltweiten Emissionshandels ab (siehe nächster Abschnitt). Den Prognosen des UN-Klimasekretariats zufolge, sollen bis Ende 2012 insgesamt 2 Milliarden in den Fond geflossen sein. Demgegenüber steht die Einschätzung der UN-Studie über Menschheitsentwicklung, dass spätestens ab 2015 jährlich 60 Milliarden Euro nötig sein werden, um die Anpassung der ärmeren Länder an die Folgen des Klimawandels zu ermöglichen. Manche Stimmen stellen daher bereits die Schaffung einer neuen Form der Apartheid in den Raum. Letzendlich bedeutet die Speisung des Fonds über den Emissionsablass, dass ein Teil des Klimaregimes, den anderen finanziert.

KLIMAZERTIFIKATE

Der Tausch von CO-2-Emissionen (von Industrieländern) gegen Förderung umweltfreundlicher Projekte und/oder Massnahmen (andernorts) wird als Clean Development Mechanism (CDM) bezeichnet und erweist sich, zumindest in seiner derzeitigen Form, zusehends als Illusion. Aus einer Studie des Öko-Instituts im Auftrag des WWF: "CDM-Projekte müssen "zusätzlich" sein. Tatsächlich aber hätte es 40% der Projekte und 20% der CO-2-Einsparungen auch ohne den erfolgten Emissionshandel gegeben". Im Klartext bedeutet die bislang gängige Praktik, dass die Industriestaaten sich die Massnahmen als Kompensation anrechnen lassen und entsprechend mehr Teibhausgase emitieren. Die Verursacherländer können ihre Emissionen sogar noch steigern, wenn sie genügend Emissions-"Rechte" über CDM kaufen. Für Deutschland heisst das, dass es trotz einer Senkung um 10% ab 2008, zu einer Steigerung des Gesamtausstosses kommen kann, weil jedes Unternehmen über den CDM zusätzliche 22% an Emissions-""Rechten" erwerben darf. Eine Emissionsberechtigung für 2008 kostet hierzulande 23 Euro gegenüber dem Preis für CDM-Zertifizierungen, von zwischen 7 bis 15 Euro. Das heisst die Wirtschaftsunternehmen in Industrieländern können sich kostengünstig von Reduktionsverpflichtungen freikaufen. Deshalb sollte der CDM (nach Ansicht von Germanwatch) nur in einem Verhältnis von 2:1 angerechnet werden. Die LINKE im deutschen Bundestag fordert ein Moratorium, bis durch eine Verschärfung von Kriterien und Kontrollen jeglicher Missbrauch ausgeschlossen ist.

SUBVENTIONIERUNG VON STAUDAMMPROJEKTEN

Rund 25% der von Industriestaaten über den Clean Development Mechanism bezahlten Projekte in sog. Entwicklungsländern sind Staudämme. Dazu sagt die Organisation "International Rivers" ( http://www.internationalrivers.org): "Der CDM bedeutet die blinde Subventionierung der Zerstörung unserer Flüsse. Ausserdem widerspricht die Finanzierung von Staudämmen dem eigentlichen Ziel, zusätzliche Projekte wie Solarkraftwerke in Afrika oder Biogasanlagen in Vietnam zu ermöglichen. Bezeichnender Weise haben sich fast alle genehmigten Staudammprojekte erst ein Jahr vor Abschluss der in der Regel vier bis acht Jahre dauernden Baurarbeiten als CDM-würdig beworben". Der Bau von Mega-Stauwehren bedeutet fast immer die Zwangsumsiedelung von mehreren zehntausend Menschen, einen tiefen und irreversiblen Einschnitt in die lokale Infrastruktur und das Ökosystem und muss meist, durchaus auch gewaltsam, gegen den massiven Widerstand der ansässigen Bevölkerung durchgesetzt werden.
Staudämme:
 http://internationalrivers.org/node/2326

HOLZINDUSTRIE

Den Löwenanteil der Importe von Holzprodukten teilen sich wenige Industriestaaten, allen voran die EU und die USA. Die Organisationen Forest Trends und Cifor (www.cifor.cgiar.org/ ,  http://www.forest-trends.org/) haben recherchiert, dass die Importe der USA im Verlauf der letzten Jahre um 1000;- und die der Europäischen Union, um 800% gestiegen sind. Weite Teile der weltweiten Waldbestände wie in Südamerika, Indonesien aber auch China sind durch legalen und illegalen Holzeinschlag bereits verloren gegangen. Als Klimakiller durch Kahlschalg gefährdet ist neuerdings auch die Republik Kongo, die bislang durch die dort herrschenden Kriegswirren, als Investitionsraum verschont geblieben war. Aber die Situation hat sich geändert und die kongolesischen Wäldern sind durch Konzessionen für 20,4 Millionen Hektar bedroht. Kongos Umweltminister Pende Bokiega verlangt 1,5 Milliarden US-Dollar für ein Moratorium unter Einbeziehung des Kongo in den internationalen CO-2-Handel. Die Geberländer jedoch sind höchstens zur Zahlung von einigen Dutzend Millionen Dollar bereit. Am Holzschlag in der Kongo-Republik beteiligt ist u.a. Sirfoco, "Tochter" der Reutlinger Danzer-Gruppe, auf deren Konto als grösste Holzfirma im Kongo und einer der Hauptkonzessionäre, ein Fünftel des Einschlages vor Ort geht.
Indessen setzt der "Gesamtverband deutscher Holzhandel" auf einen Verhaltenskodex für Holzimporteure als "wegweisenden Beschluss", der nach Ansicht des Holzexperten des World Wild Fund for Nature (WWF) J. Zahnen "bedeutungslos ist, weil es ihm an Inhalt fehlt". Das Papier enthält keine verbindliche Verpflichtung der Holzhändler, die Kette ihrer Zulieferer offenzulegen. Das aber wäre die Voraussetzung, illegalen Einschlag auch tatsächlich zu verhindern. In Indonesien werden über 70% der Hözer unerlaubt gefällt, in Brasilien über 60%. Von über 1000 Mitgliedern des deutschen Holzverbandes sind überhaupt nur ca. 50 mit dem FSC-Gütesiegel zertifiziert. Das Siegel wird vergeben von der Organisation Forest Stewardship Council.

 http://www.regenwald.org/

EXPORT VON ATOMENERGIETECHNOLOGIE IN LÄNDER, DIE PRÄDESTINIERT SIND FÜR DIE NUTZUNG REGENRATIVER ENERGIEN

Brasilien ist nicht nur ein raubaubetreibender Partner Deutschlands in Sachen illegal geschlagenem Holz und Agro-Sprit (siehe: São Paulo: Tote in der Ethanolproduktion

 http://de.indymedia.org/2007/11/199094.shtml).Mitte diesen Jahres wurde die Fertigstellung des brasilianischen Atomkraftwerks Angra 3 beschlossen und das obwohl der Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtenergieproduktion des Landes runde 40% beträgt. Das Argument von Präsident Lula da Silva, der bis 2030 noch weitere 8 Atomkraftwerke errichten will, lautet:"Wir müssen den Inverstoren garantieren können, dass in Brasilien kein Energiemangel herrschen wird". Am Bau von Angra 3 beteiligt ist die Atomfirma Areva, ein Gemeinschaftsunternehmen der französischen Framatome und Siemens. Letztere ist über die KWU-Nachfolgefirma Siemens Nuclear Power mit 34% an Areva beteiligt. Bereits das erste Atomkraftwerk auf der Südhalbkugel, Atucha 1, in der argentinischen Provinz Buenos Aires wurde von der Siemens-"Tochter" KWU gebaut.

Uranium, atomic waste and child cancer
dtsch.:  http://de.indymedia.org/2007/12/202534.shtml
engl.:  http://de.indymedia.org/2007/12/202550.shtml

UNSER TÖDLICHER "WOHLSTAND"

Ob Takko, adidas, Puma, H&M... alle lassen ihre Kleidung in Niedriglohnfabriken, sog. Maquilas, produzieren. 80 bis 90% unserer Kleidung und auch technischen Geräte werden dort hergestellt. Abgesehen von den katastrophalen Arbeitsbedingungen für die zu 85% weiblichen Belegschaften dieser Neo-Sklavereifabriken (der Lohnanteil an einem Markenschuh beträgt 0,4%; der Werbeetat hingegen 8,5% des Ladenpreises), werden bei der Produktion willkürlich Umweltschutzstandarts,-und Gesetze verletzt. Die Maquiladoras sind primär in den sog. Freien Produktionszonen (FPZ) angesiedelt, in denen die sonst geltenden Umweltschutz;- und Arbeitsgesetze ausser Kraft gesetzt sind. Nach Beschreibung von ArbeiterInnen, verfärbt sich der naheliegende Fluss, je nachdem in welcher Farbe die Stoffe eingefärbt werden. Rohstoffgewinnung, Herstellung, "Veredelung", Transporte und Entsorgen bringen die Ökobilanz auf einen mehr als bedenklichen Tiefstand.
Zum Thema Maquiladoras gibt es einen 2006 fertiggestellten Dokumentarfilm des Filmteams Zwischenzeit Münster, das auch gerne die Vorführung übernimmt. Kontakt:  http://www.zwischenzeit-muenster.de (ebenfalls empfehlenswert: Film zu den Zapatistas: Aufstand der Würde, 2007).
Siehe auch: Plan Puebla Panama:  http://de.indymedia.org/2007/04/173346.shtml

ELEKTROSCHROTT

Nicht nur die Produktion westlichen Wohlstands hat verheerende Konsequenzen sondern, wie am Beispiel Elektroschrott deutlich wird, auch seine "Entsorgung"... Mehrere Millionen Tonnen davon werden täglich auf dem Seeweg nach Afrika und Asien transportiert, vor allem nach Indien und China. Der Giftmüllexperte der "Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), M. Dreyer dazu:"Die Elektroschrottexporte übertreffen alles, was an Giftmüllexporten je dagewesen ist". Fakt ist, dass trotz der Verpflichtung der Hersteller, gebrauchte Produkte zurückzunehmen und die Entsorgung zu bezahlen, dieser Bereich völlig ausser Kontrolle ist. Wer 500 Tonnen Elektroschrott ausser Landes exportiert, verdient auf einen Schlag bis zu 50.000 Euro. Wer wird sich da in die Karten sehen lassen? Mindestens jeder 5. Mülltransport wird nicht zu Buche gegeben. Das Blatt für diejenigen, die den Schrott in den Empfängerländern auseinandernehmen, aber ist weit weniger gut gemischt: Platinen und Kabel werden offen verbrannt, um Gold, Silber und Kupfer herauszuschmelzen. Säurebäder lösen Blei und Cadmium. Die ArbeiterInnen in afrikanischen und asiatischen Hafenstädten sowie natürlich die Atmosphäre, sind den enstehenden Giftdämpfen schutzlos ausgeliefert. Es existieren weder Filteranlagen noch sonstige Sicherheitsmassnahmen,-oder Vorkehrungen. Der wertlose Rest unserer PC-Aufrüstungs,- und sonstigen "Up-to- date-Exszesse landet auf wilden Mülldeponien, wo er die Böden verseucht.

"WOHLSTANDS" (?) - KRANKSHEIT KREBS

Der der von 70 WissenschaftlerInnen initiierte "Pariser Apell" kam zu dem Ergebniss, dass 75% aller Krebserkrankungen direkt oder indirekt auf schädliche Umwelteinflüsse zurückzuführen sind (die restlichen 25% werden dem Tabak zugeschrieben, der jedoch durch die vom industriellen Anbau bedingten Inhaltsstoffe eigentlich in dieselbe Kathegorie fällt). Im Blut eines/einer Europäers/in finden sich bis zu 300 Chemikalien; selbst im Nabelschnurblut von Neugeborenen sind Chemikalien nachweisbar. Die EU-Chemikalienrichtlinie REACH wird kritisiert, keinen Mechanismus zu enthalten, der Stoffe mit hohen Gesundheitsrisiken anerkennt, wenn diese nur in kleinen Mengen produziert werden. Das heisst bemängelt wird ihre Unverhältnismässigkeit bezüglich der tatsächlichen Gefährlichkeit, die nur höchst differenziert von Quantitäten abhängig gemacht werden kann. Auch wenn es das Ziel ist, durch die EU-Chemikalienrichtlinie langfristig die Kosten für umweltbedingte Krankheiten um ein Vielfaches des Aufwands für das Prozedere zu reduzieren, ist dies nicht unbedingt im Interesse der Pharmaindustrie.

Pariser Umweltkonferenz:
 http://www.diplomatie.gouv.fr/de/themen_6/umweltschutz-und-nachhaltige-entwicklung_157/ereignisse_362/pariser-umweltkonferenz-2.-3.2.2007_3341.html
Der Pharma-Gau:
www.CBGnetwork.org

TOURISMUS:

Aus einem Text aus Spanien, der quasi auf fast alle touristischen Ballungszentren dieser Welt übertragen werden kann:

Von den 52,5 Millionen ausländischen TouristInnen, die vom guten Klima angezogen, jährlich Spanien besuchen, kommen 40 Millionen aus dem Zentrum und dem Norden Europas. Diese Situation führt zu leicht vorhersehbaren regionalen Konflikten um Ressourcen wie bzw. Wasser, dessen Knappheit aufgrund der Ferienaufenthalte zum Problem wird. Die grösste und direkteste Auswirkung des Tourismus ist zweifellos das massive Errichten auf ihn ausgerichteter Infrastrukturen. Hieraus nämlich ergeben sich alle anderen: Bodenspekulationen; der Mangel an Wasser und die Verschlechterung seiner Qualität; Konkurrenz mit anderen Wirtschaftssektoren; Zerstörung von Wohnraum und Natur sowie der Verlust der Biodiversität. Weitere Konsequenzen sind die Zunahme von Mülldeponien, die nicht mehr in Griff zu bekommen sind und ein Ansteigen der Verschmutzung der Atmosphäre und Lärmbelästigung durch Autoverkehr. Die Infrastrukturen verschandeln und zerstören zudem allein durch ihre Ausbreitung die ursprünglichen Landschaften.  http://www.diagonalperiodico.net/article4359.html
 http://www.diagonalperiodico.net/article4358.html

HOCH HINAUS - TIEF SINKEN?: FLIEGEN

Im Jahr 2010 werden pro Person doppelt so viele Kilometer geflogen werden wie 1995, die Frachtleistung wird sich bis 2020 gegenüber 1995 verdreifacht haben. Die dabei emittierten Schadstoffe führen zu einer massiven Verstärkung des Treibhauseffektes. Dabei sind die Abgase 3 mal schädlicher als am Boden. Aus dem Triebwerk eines Flugzeugs quellen im Prinzip die gleichen klimaschädlichen Abgase wie aus dem Auspuffrohr eines Autos: Kohlendioxid und Stickoxide. Hinzu kommen noch Ruß- und Schwefelpartikel sowie Wasserdampf. Sie alle haben eine unterschiedliche Lebensdauer in der Atmosphäre – von wenigen Tagen bis zu 100 Jahren. Manche verteilen sich global, andere sammeln sich dort, wo viele Flugzeuge unterwegs sind. Direkt oder indirekt wirken sie wie das Dach eines Treibhauses: Das Sonnenlicht scheint ungehindert hindurch und erwärmt die Erde, während die Rückstrahlung ins All zunehmend verhindert wird. Dadurch erhöhen sich die Temperaturen auf der Erde. Der zwischenstaatliche Ausschuss für Klimafragen, das ranghöchste Wissenschaftsgremium in Sachen Klima weltweit, hat in einem Sonderbericht 1999 festgestellt, dass der Gesamtbeitrag des Flugverkehrs zur Klimaerwärmung wegen der größeren Schädlichkeit der Schadstoffe in großen Flughöhen global gemittelt zwei- bis viermal höher ist als
bei entsprechenden Emissionen am Boden:  http://www.atmosfair.de/index.php?id=9&L=3index.php%3Fid%3D62
 http://www.flughafen.unser-forum.de/?show=twGZ
www.Rhein-Main-Institut.de/xdocs/2001-04-02-PI_UBA-Troge.pdf
www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/presse-informationen/pd1301.htm

Erhebung des Umweltbundesamtes 2005: C0-2- Austoss pro Kilometer und Person
Flugzeug: 369 g, Auto: 144 g, Bahn: 52 g, Fernbus: 32 g

Links in Englisch:
Department for Transport, December 2003. The Future of Air Transport White Paper  http://www.dft.gov.uk/about/strategy/whitepapers/air/chapter11thesoutheast
Gillian Merron MP, 10th May 2007, parliamentary answer.  http://www.publications.parliament.uk/pa/cm200607/cmhansrd/cm070510/text/70510w0025.htm
Tim Johnson and Peter Lockley, February 2006. Emissions: Impossible. An assessment of the noise and air pollution problems at Heathrow airport and the measures proposed to tackle them. Aviation Environment Federation.  http://www.aef.org.uk/downloads/EmissionsImpos.pdf

Die Ausbeutung Südamerikas - Teil 1-4
 http://de.indymedia.org/2007/03/170690.shtml
 http://de.indymedia.org/2007/03/170852.shtml
 http://de.indymedia.org/2007/03/171355.shtml
 http://de.indymedia.org/2007/03/171894.shtml

Info über "EU-Politik, Kriterien der Nachhaltigkeit und klimatische Einschätzungen" von GRR (Ländliche Reflektionsgruppe Argentinien) TNI (Transnational Institute-Holland) und CEO (Corporate Europe Observatory-Holland)

Erklärung von Cordoba Strategieentwicklungstreffen:
PDF:
 http://www.quiendebeaquien.org/spip.php?article647

Indigenous Locked Out From Climate Negotiations:  http://www.indymedia.org/en/2007/12/898121.shtml
Action in Bali against World Bank:  http://climatejusticenow.wordpress.com/2007/12/11/action-in-bali-world-bank-hands-off/

>> ADD EXTRA INFORMATION

ADDITIONAL INFORMATION

 

Die Seifenblase von Bali
Quelle: tierra 20.12.2007 21:06


 http://de.indymedia.org/2007/12/203239.shtml