Sozialforum Marokko: Proteste gegen Razzienby - 06.02.2008 12:41
conni 03.02.2008 Auf dem Sozialforum vom 25.-27.1.08 in Bouznika/Marokko nahmen statt der erwarteten 700 über 1400 Menschen teil, darunter sehr viele marokkanische Jugendliche und über 100 AktivistInnen aus anderen Ländern. Es gab Proteste gegen erneute Razzien gegen MigrantInnen, die am 25./26.1. (ausgerechnet am vom Weltsozialforum beschlossenen Aktionstag, auf den sich das Forum bezog) in Rabat stattfanden. Am Workshop zu Migration nahmen über 300 AktivistInnen und Interessierte teil. 04. Feb 2008: Transnationale Vernetzung und Proteste gegen Verhaftungen von MigrantInnen: Ausführlicher Bericht: http://no-racism.net/article/2435/
zu den aktuellen Razzien in Marokko und ihren Hintergründen siehe: http://no-racism.net/article/2428
Marokko: Menschenrechtsverletzungen im Namen des EU-Grenzregimes (05. Feb 2007): http://no-racism.net/article/1981
Bewegungen an den Grenzen (aus Oujda vom Oktober 2007): http://no-racism.net/article/2314
Ergebnis der Versammlung der MigrantInnen: Übersetzung: ABSCHLUSSERKLÄRUNG DER VERSAMMLUNG DER MIGRANTINNEN Wir, Flüchtlinge, Asylsuchende, MigrantInnen und AkteurInnen von Unterstützerorganisationen aus Europa, Amerika und Afrika, haben unsere Versammlung der MigrantInnen am Rand des marokkanischen Sozilaforums am 27. Januar in Bouznika abgehalten. Nach Austausch, Analysen und Teilen von Erfahrungen haben wir, die TeilnehmerInnen dieser Versammlung, Folgendes beschlossen: - In Anbetracht der Tatsache von Diskriminierungen, massiven Verletzungen der grundlegenden Rechte und Freiheiten und Angriffen gegen die Menschenwürde, deren Opfer MigrantInnen, Flüchtlinge und Asylsuchende sind, sowohl in den Aufnahme- als auch in den Transitländern; - In Anbetracht der Tatsache von Festnahmen von MigrantInnen am 25. Januar 2008 in Rabat, während das Sozialforum stattfand; 1. Verurteilen wir die Praktiken der Festnahme, Inhaftierung, Rückschiebung und Ausbeutung von MigrantInnen, Flüchtlingen und Asylsuchenden. 2. Lehnen wir die Politik und die Abkommen zwischen den Ländern des Nordens und des Südens über Migration ab. 3. Fordern wir: - Bewegungsfreiheit und Niederlassungsfreiheit überall und für alle. - Die Respektierung und Anwendung der internationalen und regionalen Konventionen und Verträge über Migration. - Die Legalisierung aller sans papiers. 4. Beschließen wir: - Die Erarbeitung einer internationalen Plattform von MigrantInnen, Flüchtlingen und Asylsuchenden. - Die Zustimmung der MigrantInnen, Flüchtlinge und Asylsuchenden zu internationalen Tagen, insbesondere dem 8. März, dem 20. Juni, dem 10. Dezember und dem 18. Dezember, für große Mobilisationen zu Fragen der Migration und des Asylrechts. (Anmerkung: nach Herausgabe der Erklärung wurde bemerkt, dass hier der 7.10., der Jahrestag der Ereignisse von Ceuta und Melilla, der inzwischen ein internationaler Mobilisierungstag ist, vergessen wurde) - Gemeinsame und abgestimmte Aktionen zwischen AktivistInnen des Nordens und des Südens, um eine Synergie zu erreichen. Beschlossen in Bouznika am 27. Januar 2008 Versammlung der MigrantInnen Übersetzung des Artikels aus der marokkanischen Tageszeitung Liberation vom 30.1.08: Welle des Protests der TeilnehmerInnen gegen die Razzien vom 25. Januar in Rabat Marokko: Das marokkanische Sozialforum prangert die Verhaftungen von MigrantInnen an Organisiert unter dem Thema: "Marsch der sozialen Bewegungen in Richtung eines Maghreb der Bevölkerungen und für eine bessere Welt", hat das marokkanische Sozialforum seine Arbeit am 27. Januar in Bouznika abgeschlossen. Sich einfügend in den Rahmen der weltweiten Mobilisierung sozialer Bewegungen, hat das Forum mehrere Themen von maghrebinischer, afrikanischer und weltweiter Dimension behandelt. Obwohl diese Themen mit einer lokalen Sensibilität und auf der Basis von Erlebtem und lokalen Erfahrungen behandelt wurden, folgen auf sie, wie in einer Darstellung dieser Sitzungen erläutert wurde, Forderungen eines gemeinsamen Kampfes und eines Dialogs zwischen den sozialen Bewegungen des Maghreb, Afrikas und der ganzen Welt. Unter anderen Themen, die auf der Tagesordnung standen, hatte das der Migration einen wichtigen Platz. Eine Erklärung, die am Ende dieser Arbeiten veröffentlicht wurde, kritisiert in diesem Sinne "die Verhaftungen von MigrantInnen, die am 25. Januar in Rabat stattfanden" und verurteil bei derselben Gelegenheit "die Praktiken der Festnahmen, Inhaftierung, Einschließung, Zurückschiebung und Ausbeutung von MigrantInnen, Flüchtlingen und AsylbewerberInnen". Während sie diese Politik und die Abkommen zwischen den Ländern des Nordens und des Südens über Migration ablehnen, fordern die TeilnehmerInnen stattdessen "Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit überall und für alle", "die Respektierung und Anwendung der internationalen und regionalen Konventionen und Verträge über Migration" und "die Legalisierung aller sans papiers". Nach dem Beschluss, "eine internationale Plattform von MigrantInnen, Flüchtlingen und Asylsuchenden zu erarbeiten", beschlossen die TeilnehmerInnen des Forums von Bouznika ebenfalls, den 8. März, den 20. Juni, den 10. und den 18. Dezember zu Tagen "für große Mobilisationen zu Fragen der Migration und des Asylrechts" zu machen und "gemeinsame und abgestimmte Aktionen zwischen AktivistInnen des Nordens und des Südens, um eine Synergie zu erreichen". Das Treffen von Bouznika, das gekennzeichnet war durch die Teilnahme von VertreterInnen von mehr als 700 Nicht-Regierungsorganisationen und Vereinigungen, die aktiv sind im Bereich der Menschenrechte rund um die Welt, war ebenfalls begleitet von einer breiten Debatte über die Frauenfrage mit dem Ziel, die Vereinigungen, die in diesem Bereich arbeiten, für die Bedeutung ihrer Unterstützung des Kampfs gegen die Globalisierung zu sensibilisieren. Die erste Arbeitsgruppe dieses Forums hat in diesem Sinne über so verschiedene Themen gesprochen wie "Auswirkungen der Globalisierung auf die Situation der Frauen", den "Kampf der Frauenbewegungen", "die Frau und die kulturellen Rechte: die Berberfrage (Amazighität)", "die Gewalt gegen die Frauen", die Frage der "Frauen und Armut", "Frauen und Arbeit", "Frauen und öffentliche Dienstleistungen", "Frauen und bewaffnete Konflikte" und den "Kampf der Frauen und die Herausforderungen der Zukunft: welche Strategie?". Abzielend auf die Herstellung oder Verstärkung von Netzwerken zu spezifischen Themen in Ergänzung von Aktionen für eine bessere Welt, strebte das Forum auch eine Festlegung konkreter Aktionen unter den TeilnehmerInnen an. Mohamed Sakhi http://www.fluechtlingsrat-hamburg.de
https://austria.indymedia.org/node/9237
Marokko: Menschenrechtsverletzungen im Namen des EU-Grenzregimes (05. Feb 2007) http://de.indymedia.org/2008/02/207052.shtml
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