Aktionsaufruf zur UN-Biodiversitätskonferenz (COP/MOP)by - 30.04.2008 13:01 Die deutsche Regierung nennt die Verhandlungen „Naturschutzkonferenz“ und lenkt so von den eigentlichen Inhalten ab. Unter dem Deckmäntelchen des Naturschutzes wird die Biodiversitätskonvention zunehmend genutzt, um die Kommerzialisierung und Privatisierung von Natur, von genetischen Ressourcen und dem dazugehörigen traditionellen Wissen der (indigenen) Bevölkerung in den biodiversitätsreichen Staaten voranzutreiben. der Mai kommt näher und damit COP/MOP in Bonn.
COP/MOP ist das Kürzel für die Biodiversitätskonferenz der UNO. Hinter diesem netten Namen verbergen sich harte Verhandlungen zwischen 190 Staaten um Zugang, Kontrolle und Nutzen von biologischen und genetischen Ressourcen – Natur. Wir haben uns in einem internationalen Aktionsbündnis COP 9 zusammengeschlossen und wollen uns in Bonn mit unserer Meinung einmischen und gegen einen neoliberalen, warenförmigen Naturschutz protestieren. Von dieser Art des Naturschutzes profitieren transnationale Biotech- Pharma- und Energiekonzernen, auf Kosten von ländlicher und indigener Bevölkerung. Aktionswochenende ist vom Sa. dem 17. bis Mo. den 19. Mai in Bonn. Wer Hilfe bei der Unterbringung braucht, kann sich unter cop9@biopiraterie.de melden.
Aktionsaufruf zur UN-Biodiversitätskonferenz (COP/MOP) Zerstörung von Natur und biologischer Vielfalt und Wer darf diese strategische Ressource Wie nutzen ? => 190 Staaten verhandeln darüber im Mai in Bonn Die deutsche Regierung nennt die Verhandlungen „Naturschutzkonferenz“ und lenkt so von den eigentlichen Inhalten ab. Unter dem Deckmäntelchen des Naturschutzes wird die Biodiversitätskonvention zunehmend genutzt, um die Kommerzialisierung und Privatisierung von Natur, von genetischen Ressourcen und dem dazugehörigen traditionellen Wissen der (indigenen) Bevölkerung in den biodiversitätsreichen Staaten voranzutreiben. Das ist vor allem im Interesse von transnationalen Biotech-, Pharma-, und Saatgut-Konzernen – den modernen Biopiraten. Sie setzen ihre technologische und finanzielle Überlegenheit ein, um die „grüne Schatztruhe“ Biodiversität - die zentrale Ressource für das Biotech- und Nano-Zeitalter - zu kontrollieren und auszubeuten.. Auch so heiße Themen wie Terminator-Saatgut, transgene Bäume und die sogenannten „Bio-“Kraftstoffe (auch Agro-Sprit genannt) stehen auf der Tagesordnung, weil das multinationale Agrobusiness deren Einführung und Anbaumassiv vorantreibt. Der Verlust, d.h. die massive Zerstörung, von biologischer Vielfalt und Natur muss gestoppt werden, denn mit der Zerstörung der biologischen Vielfalt wird die Lebensgrundlage für Milliarden von Menschen zerstört, und damit die weltweite Nahrungsmittelproduktion und –versorgung gefährdet. Eine Naturschutzpolitik, die biologische Vielfalt innerhalb privatisierter Inseln – in Biosphärenreservaten, Schutzgebieten oder Genbanken – erhält, ist aber keine Antwort auf die realen Ursachen der Natur- und Klimazerstörung. Und auch keine Antwort auf den Hunger in der Welt. Sie dient den Interessen großer Konzerne und der politischen Legitimation der kapitalistischen Ausbeutung von Natur, um mit dem üblichen zerstörerischen und ausbeuterischen „business as usual“ weitermachen zu können. Wir wollen keine „naturschützerische Imagepflege“. Weltweit kämpfen viele bäuerIiche Betriebe, Bauernfamilien, GärtnerInnen, Indigene, Hirten, FischerInnen und AktivistInnen gegen Konzerninteressen, für ihr eigenes Überleben und um den dafür nötigen Erhalt von Wäldern, Gewässern und von biologischer Vielfalt in ihren Regionen. Ihre Kämpfe unterstützen wir solidarisch. Biologische Vielfalt entsteht und besteht nur im Zusammenspiel mit kultureller Vielfalt. Sie muss gelebt werden: auf den Feldern, im Stall und auf den Tellern. Mit unseren Protesten wehren wir uns gegen die Kontrolle unserer Ernährung und auch unserer Gesundheitsversorgung durch Agrar-, Pharma- und Nahrungsmittelkonzerne. Nature for people – not for business Widerstand ist fruchtbar! Wir fordern: - die Abschaffung geistiger Eigentumsrechte auf Leben, wie Patente, Sortenschutzrechte u.a.; - die volle Anerkennung und Stärkung der Rechte von indigenen und kleinbäuerlichen Gemeinschaften sowie ihre Beteiligung an jeglicher Entscheidungsfindung im Rahmen der CBD; - Die großen Zerstörer der biologischen Vielfalt und Natur, z.B. die industrialisierte Landwirtschaft, Minen- und Holzkonzerne, müssen gestoppt und zur Verantwortung gezogen werden – und zwar nicht durch freiwillige Absichtserklärungen; weitgehende Agrar- und Handelsreformen in Richtung Ernährungssouveränität. Setzt euch mit uns für einen sozial-ökologischen Umweltschutz ein, zum Wohle der lokalen, ländlichen Bevölkerung und der Natur! Mehr Infos unter: Aktuelles und mehr Infos unter: http://biotech.indymedia.org/
oder ab dem 8. Mai, Tel: 0151-51 80 69 45 Nature for people – not for business Widerstand ist fruchtbar! Aktuelles und mehr Infos unter: http://biotech.indymedia.org/
oder Tel: 0151-51 80 69 45 Vorläufiges Programm 15. Mai, 18:00 Informationsveranstaltung im Oscar-Romero-Haus (Heerstr. 205): “COP/MOP – Wem gehört die Natur?” Vom Sa. 17. bis Mo. 19. Mai Aktionstage zur COP 9 in Bonn: 16. Mai, 18:00 Film- und Informationsveranstaltung im Kult 41 (Hochstadenring 41): Kontamination mit transgenem Mais in Spanien 17. Mai, 9:30 im Garten des Oscar Romero Haus: Treffpunkt für eine Aktion an dem selben Morgen zu Patenten, GMOs und Saatgut 18. Mai, 10:00 im Garten des Oscar Romero Haus: Treffpunkt für eine Aktion an dem selben Tag zu Agrofuels/Biosprit 19. Mai, 8:30 vor dem Hotel Martim Präsenz zeigen und Meinung sagen zur Eröffnung der COP9 19. Mai, 14:30 auf dem Münsterplatz: Demotreffpunkt zum Thema Privatisierung von Saatgut und Biopiraterie, 16:30 Münsterplatz: Mystica und “Saatgut-Rückgabe” an Gäste aus den Ländern des Südens 22. Mai Überraschungsaktion zum Tag der biologischen Vielfalt 23. Mai, Traditionelles Wissen und Biopiraterie-Aktion vor dem Maritim 28.- 30. Mai: Tage der Entscheidungen bei der COP9 (high level segment) => aufgepaßt: spontane Aktionen |